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Hamminkeln
Schule: Wackelt Doppel-Standort doch?

Hamminkeln: Schule: Wackelt Doppel-Standort doch?
Die Elternbefragung zur Gesamtschul-Dependance in Dingden schien eine klare Sache zu sein. Nach einer reichlich wirren Debatte vertagte der Ausschuss gestern das Thema. FOTO: Archiv
Hamminkeln. Heftige Debatte um Elternbefragung für die Dingdener Dependance der Gesamtschule, weil Verwaltung eigene Meinung in SPD-Antrag schmuggelte. Überraschend wurde das Thema vertagt. Von Thomas Hesse

Überraschend wurde das Thema Elternbefragung gestern vom Schulausschuss am Ende einer heftigen Debatte zur Dingdener Dependance der Gesamtschule vertagt. Schlüssig war das angesichts des Ablaufs der Sitzung nicht, denn inhaltlich gab es keine neuen Argumente. Stattdessen wurde der Möglichkeit Nahrung verliehen, dass der umstrittene Doppel-Standort der Schule doch wackelt. Dabei stehen alle Fraktionen - mit Ausnahme der Grünen - bei den Dingdenern im Wort, die Schule im Dorf zu halten.

Zuvor hatte sich der der Ausschuss weder vom Protest der Schulpflegschaft, die eine Unterschriftenliste überreichte, noch der Kritik von Schulleiterin Anette Schmücker, worin der Sinn der Elternbefragung bestehe, bewegen lassen. Erst als sie anbot, den aktuellen Informationsstand zu einem zentralen Standort aufzuarbeiten und eine umfassendere Befragung mit zusätzlichen Infos ins Gespräch kam, folgten CDU und USD dem Antrag von Johannes Flaswinkel (Grüne), das Thema zu vertagen und die Arbeitsgruppe Schulentwicklung neu einzuberufen. SPD und FDP schüttelten da nur mit dem Kopf. Ende offen.

Weiterhin gilt der Ratsbeschluss für die Gesamtschule in Hamminkeln mit einer Dependance in Dingden. In dieser Konstruktion war 2012 der Beschluss durchgekommen, aus der Realschule eine Gesamtschule zu machen. Gestern ging es nur um die Befragung der Eltern, ob sie in Dindgen die Klassen fünf und sechs oder die Oberstufe haben wollen. So steht es in einem SPD-Antrag. Doch in einem bemerkenswerten Manöver hatte die Verwaltung, die für einen zentralen Standort ist, ohne Nachfrage die Grundsatzfrage draufgesattelt, ob die Eltern nun Ja oder Nein zu einer Dependance sagen. Ebenso sollten die Schüler befragt werden. Jörg Adams, der SPD-Fraktionsvorsitzende, ging folgerichtig unter die Decke. "Wie kommt die Verwaltung dazu, eigene Ideen unter dem Deckmantel unseres Antrags einzuschmuggeln? Das ist manipulativ und nicht ihr Auftrag", sagte er. Seine Kritik, die Befragung der zehn- bis 13-jährigen Kinder sofort zu streichen, die unter Druck abstimmen würden, wurde von anderen Rednern sofort unterstützt.

CDU, FDP und USD unterstützten Adams Kritik an der Verwaltung und kündigten an, der Befragung zu folgen. Nur Flaswinkel rückte ab. Seine Position: "Es war schwer genug, eine Gesamtschulentscheidung zu erreichen. Jetzt muss Handfestes kommen, um Standorte zu verändern. Die Befragung ist nur ein Entscheidungskriterium. Das sollten wir uns aber anhören." Silke Westerhoff (FDP) und Birgit Maibom (USD) kündigten an, ein "großes Fass aufzumachen", sprich Informationen intensiv und breit anzulegen. Kosten, Planung, Standortpolitik, darum gehe es. Auch von Falschinformationen gegenüber den Eltern war die Rede. Matthias Holtkamp (CDU) meinte, es müsste dargestellt werden, dass es kein Kostengutachten für den Standortvergleich, sondern eine "Synopse" gebe. Die Schulleiterin will "neue Sachstände" vortragen - Raumbedarfe, Inklusion, Klassengrößen.

Quelle: RP
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