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Wesel
Schwerer Vorwurf gegen einen Weseler Polizisten

Wesel. Um einen tragischen Zwischenfall geht es am Montag am Landgericht Moers. Das Gericht muss feststellen, ob zwei Polizeibeamte aus Wesel und Dinslaken mitverantwortlich sind für den Tod eines Moersers. Der 46-Jährige war abends auf der Düsseldorfer Straße in Schwafheim von dem Pkw eines 23-Jährigen erfasst und dabei tödlich verletzt worden.

Da der Getötete laut Obduktionsbericht erheblich alkoholisiert war, schien die Frage nach dem Verursacher des Unfalls zunächst klar. Doch die Staatsanwaltschaft Moers hat nun zwei Polizisten unter Anlage gestellt. Vorwurf: fahrlässige Tötung.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft sollen die Angeklagten am 29. Dezember entgegen der Anweisung der diensthabenden Wachdienstführerin den 46-Jährigen, der offenbar stark alkoholisiert war und Entzugserscheinungen zeigte, nicht an dessen Wohnung in Moers, sondern gut vier Kilometer von der Innenstadt entfernt am südlichen Stadtrand abgesetzt haben. Die Anklage geht davon aus, dass der Mann orientierungslos über die Fahrbahn der Düsseldorfer Straße irrte, wo er von dem herannahenden Fahrzeug erfasst und getötet wurde. Einer der Angeklagten hat im Ermittlungsverfahren den Tatvorwurf bestritten, der andere hat von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht.

Nach den Erkenntnissen der Kreispolizei Wesel hatten Anwohner am Unglücksabend gegen 21 Uhr beobachtet, wie der 46-Jährige vor dem Unfall mehrfach auf die Straße getorkelt sei und versucht habe, dort mehrere Autos anzuhalten. Das hatten die Zeugen auch der Kripo mitgeteilt, die in die Ermittlungen eingeschaltet war. Anwohner hatten darauf hingewiesen, dass die Düsseldorfer Straße an der Unfallstelle besonders gefahrenträchtig sei. Sollte das stimmen und sollten sich die Vorwürfe des Staatsanwalts gegen die beiden Polizeibeamten bestätigen, würde dies das Verhalten der Beamten noch fragwürdiger erscheinen lassen.

(ock)
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