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Wesel
Schwimmer gegen Schließung in Bislich

Wesel. Von "ganz schrecklich" über "katastrophal" bis hin zu "sehr traurig" - das sagen die Nutzer zu den Plänen der Stadt. Von Michael Elsing

Ulrike Grootens findet es "ganz schrecklich", dass das Hallenbad in Bislich, in dem sie zweimal wöchentlich ihre Bahnen zieht, im Sommer 2016 womöglich Geschichte ist. "Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie man überhaupt einen Gedanken daran verschwenden kann, das Bad zu schließen", sagt die Bislicherin, die auch schon einige Kurse, die in dem Lehrschwimmbecken angeboten werden, besucht hat.

Sie ist beileibe nicht die einzige Nutzerin, die die Schließung des Bades als "Katastrophe" bezeichnet. Auch Karl-Heinz Krause und seine Frau Gertrud sind "entschieden dagegen", dass der Schwimmbetrieb in Bislich eingestellt wird. Seit vielen Jahren nimmt das Paar aus Wesel am Aquajogging-Kursus des Weseler Schwimmvereins teil, der im Bislicher Hallenbad stattfindet. "Wir fühlen uns dort sehr wohl. Unsere Enkel gehen dort ebenfalls schwimmen. Wir würden es wirklich sehr bedauern, wenn das Bad schließt", erzählt Reinhold Krause. Er will "ernsthaft überlegen", ob er dann mit seiner Frau "in irgendeinem anderen Bad" den Kursus noch fortsetzen will.

Auch für Ulrike Grootens ist ein Wechsel ins Heubergbad "keine wirkliche Alternative". "Ich glaube, die Leute, die das entschieden haben, sind noch nie hier gewesen und haben gesehen, wie viele Menschen das Bad nutzen. Gerade für ältere Bürger und Gruppen ist das Bad optimal", sagt sie. "Unendlich traurig" wäre auch Elsbeth Schlierf, die schon seit etlichen Jahren Aqua-Fitness im Bislicher Bad betreibt. "Es ist schon sehr angenehm hier und überhaupt nicht mit dem Heubergbad vergleichbar. Ich kann mir nicht vorstellen, nach Wesel zu wechseln", sagt die Bislicherin.

Es sind aber nicht nur die Schwimmer und Kursteilnehmer in Bislich, die sich Sorgen machen, ob sie ihrem Hobby weiter unbeschwert nachgehen können, wenn das Bislicher Hallenbad schon bald ganz wegfällt, das Heubergbad diese Schließung auffangen muss, bevor es mit der möglichen Entstehung eines Kombibades am Rhein ebenfalls komplett geschlossen wird.

Hans Franken aus Wesel, regelmäßiger Gast im Heubergbad, beobachtet die aktuelle Diskussion um die Weseler Bäder jedenfalls mit großer Skepsis. "Als Frühschwimmer tangiert mich die Schließung des Bislicher Hallenbades zwar weniger. Aber was machen die älteren Menschen, wenn auch das Heubergbad nicht mehr da ist? Wie sollen sie zu einem Bad kommen, dass irgendwo am Rhein liegt?", fragt sich Franken.

Er weiß, dass viele Schwimmer die Zentralität des Heubergbades schätzen. Sie können sich nicht einfach aufs Rad oder ins Auto setzen, um zu einem weiter entfernten Bad zu gelangen. Petra Moshövel zählt ebenfalls zu den Frühschwimmern. Ihr Wunsch: "Ein Bad in Wesel muss auf jeden Fall bleiben und an den Schwimmzeiten darf sich nichts ändern."

Unterm Strich: Befürworter der aktuellen Pläne des Rates der Stadt Wesel sind schlichtweg nicht zu finden. Die anvisierte Schließung des Bislicher Bades hinterlässt nur traurige und kopfschüttelnde Schwimmer.

Quelle: RP
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