| 00.00 Uhr

Schermbeck
Sehr gute Auftragslage bei Firma Kroes

Schermbeck. Ratsmitglieder und Verwaltungsvertreter besichtigten Unternehmen für Anlagenbau und Elektronik im Heetwinkel.

Bis zur Auflösung des gemeindlichen Wirtschaftsförderungsausschusses im Zuge der letzten Kommunalwahlen besichtigten dessen Mitglieder ab und zu Schermbecker Betriebe. Die Serie dieser Betriebserkundungen setzte jetzt erstmals der Schermbecker Gemeinderat fort. Jedes dritte Ratsmitglied begleitete Bürgermeister Mike Rexforth und den gemeindlichen Wirtschaftsförderer Friedhelm Koch zur Firma "Willi Kroes GmbH Anlagenbau und Elektronik" ins Gewerbegebiet Heetwinkel.

Kaufmännischer Leiter Rüdiger Kroes und Geschäftsführer Detlev Kroes stellten die Firma vor, die 1976 von Willi Kroes in Dorsten gegründet wurde und 1981 als eine der ersten Firmen im Heetwinkel ansässig wurde. 1986 wurde die Firma um eine zweite Werkshalle erweitert. Die dritte Werkshalle ist seit 1990 in Betrieb. Als erstes aus seiner Branche wurde das Unternehmen bereits im Jahr 1996 nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert. Gleichzeitig hat der TÜV die Zulassung nach Paragraf 19 des Wasserhaushaltsgesetzes erteilt. 1999 wurde die Geschäftsleitung an Detlev Kroes übergeben. Im Jahre 2002 wurde das Bürogebäude um eine Etage aufgestockt. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 25 Mitarbeiter, vor allem Ingenieure, Techniker, Schlosser und Elektrotechniker. Hinzu kommt ein Auszubildender.

Das Unternehmen hat sich auf die Lieferung von schlüsselfertigen Anlagen für die Galvanotechnik und die zerstörungsfreie Riss-Prüftechnik spezialisiert. Rüdiger und Detlev Kroes erläuterten ausführlich das Verfahren der Galvanotechnik, die eine wichtige Rolle spielt, wenn es um korrosionsgeschützte, verschleißfeste Oberflächen, um Härte und Leitfähigkeit sowie um eine attraktive Optik der Oberfläche geht. Für die perfekte Oberfläche werden im Gewerbegebiet Heetwinkel seit mehr als 34 Jahren erfolgreich Anlagen konstruiert, gefertigt und vor Ort bei nationalen und internationalen Kunden montiert. "Galvanische Oberflächenveredelungen erhöhen beträchtlich die Lebensdauer von Gegenständen, Geräten und Anlagen", erläuterte Rüdiger Kroes den Sinn der Anwendung galvanotechnischer Prozesse. Es würde dadurch weniger Schrott entstehen. Der Verbrauch von Rohstoffen nehme ab und es würde weniger Energie zur Herstellung von Ersatzprodukten benötigt. Kroes verwies auf die Umweltschonung durch sparsame Verwendung wertvoller Schichtmetalle. Mit nur einem Kilogramm Zink könnte eine Tonne Schrauben vor Korrosion geschützt werden. "Galvanotechnik verhindert", so Kroes, "jährliche Schäden durch Korrosion und Verschleiß im Wert von rund 150 Milliarden Euro."

Eingesetzt werden die Anlagen der Willi Kroes GmbH in der Automobil-/Flugzeugindustrie sowie im Industrie-/ Konsumgüterbereich. Die Anlagen unterscheiden sich bei Größe und Art je nach Kundenprodukt und dem benötigten Verfahren zur Oberflächenbeschichtung. Anfang 2015 wurde die derzeit größte Anlage in Deutschland zur Beschichtung von Kunststoffteilen in Betrieb genommen. Alle sichtbaren Teile, die im und am Wagen metallisch glänzen sollen, werden durch zwei Anlagenreihen mit einer Breite von 20 Meter und einer Gesamtlänge von mehr als 90 Meter nach entsprechenden Vorgaben produziert.

"Wir legen großen Wert darauf, als Anlagenbauer mit qualifizierten Mitarbeitern eine eigene größtmögliche und gleichzeitig flexible Fertigungstiefe sicherzustellen", berichtete Rüdiger Kroes. Dabei kämen Fertigkeiten und Kenntnisse aus den verschiedensten technischen Bereichen wie Stahl-, Kunststoffbau und Elektrotechnik zum Einsatz.

Nach dem Vortrag blieb noch kurz Zeit für einen Rundgang durch den Betrieb, um einen Eindruck von dem Produktionsprozess für Anlagen zu bekommen. 70 Prozent ihrer Aufträge erledigt die Firma Kroes für europäische Firmen. Die restlichen Aufträge kamen bislang aus den USA sowie aus Indonesien. Die gegenwärtige Auftragslage ist sehr gut. Weil die Firma an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen ist, plant sie nun den Bau einer weiteren Halle. Bürgermeister Rexforth sicherte die Unterstützung der Verwaltung im Planungs- und Genehmigungsverfahren zu. "Wir wollen die Anliegen und Sorgen der Firmen kennen lernen", begründete Rexforth die Firmenbesichtigungen der Politiker.

Einige Sorgen erfuhr der Bürgermeister von Rüdiger und Detlev Kroes. Die Breitbandversorgung im Heetwinkel sei mehr als dürftig. Die öffentliche Verkehrsanbindung sei mangelhaft. Das wirke sich besonders auf die Anstellung von Azubis aus dem weiteren Umfeld Schermbecks negativ aus. Bemängelt wurde die Sicherheitslage im Gewerbegebiet Heetwinkel. Mindestens ein Einbruch pro Woche werde irgendwo im Gewerbegebiet registriert. Da mache sich die seit einem Jahr flackernde Straßenbeleuchtung vor der eigenen Haustür eher harmlos aus.

(hs)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Schermbeck: Sehr gute Auftragslage bei Firma Kroes


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.