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Hamminkeln
Seit 30 Jahren gibt's Brüner Ferienspiele

Hamminkeln. 1986 startete die Brüner Ferieninitiative. Das Sport- und Spiel-Angebot breitete sich auf die ganze Stadt aus. Früher waren die Aktionen ein Selbstläufer, heute ist der Kampf um die Teilnehmer größer denn je. Anmeldungen sind noch möglich. Von Thomas Hesse

Es war 1986, als die Brüner von der Stadt gefragt worden, ob sie nicht Ferienspiele veranstalten wollen. Im Dorf gibt es sehr viele Vereine, dachte man sich. Und Aktive. "Ich habe Inge Schild vom SV Brünen gefragt, sie hat sofort zugesagt. Unser erstes Ferienangebot vor 30 Jahren war direkt riesig besucht, 200 Kinder machten mit", erzählt Heike Ochtrop, die bis heute viel Herzblut in die Aktionen für Kinder steckt. Die 62-Jährige, lange Jugendwart, Vorstand und Übungsleiterin beim SV Brünen und insgesamt 45 Jahre sportlich aktiv, ist weiterhin vom Ferienspaß überzeugt, der als Beitrag des Dorfs diesmal vom 15. bis 17. August abläuft. Doch ein Selbstläufer wie früher ist er nicht mehr. "Wir müssen uns sehr um Anmeldungen bemühen. Ob die Kinder übersättigt sind oder es in Zeiten des demographischen Wandels einfach zu wenig interessierte Kinder gibt, ich weiß es nicht", sagt Heike Ochtrop. Jedenfalls reicht es nicht mehr, Flyer zu verteilen und ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit zu machen. "Wir versuchen, mit zusätzlicher Werbung Teilnehmer für das attraktive Programm zu gewinnen", sagt sie.

Am Anfang war das damalige Pilotprojekt nicht nur erfolgreich, sondern angesichts des Andrangs zu viel Aufwand für einen Ortsteil und seine Vereine allein. "Damals haben wir noch Mittagessen gemacht, die Reithalle war voll mit vielen Tischreihen", erzählt Heike Ochtrop. In der Folge wurde die Basis der teilnehmenden Vereine und Organsiationen vergrößert. Was unter der Schirmherrschaft der Stadt in Brünen ins Leben gerufen worden war, hat sich deshalb im Laufe der Zeit in den anderen Ortsteilen fest etabliert. Und seit nunmehr 30 Jahren organisiert die Brüner Ferieninitiative die Ferienspiele für die Kinder der ganzen Stadt. "Immer wieder kamen Vereine hinzu, so dass alle sechs Wochen Angebote in den Sommerferien stattfinden", sagt die agile 62-Jährige. Ein bisschen stolz ist sie schon darauf, dass Brünen die Keimzelle des Ferienspaßes ist. Was bewegt Heike Ochtrop, sich alle Jahre wieder der Anstrengung der Organisation zu unterwerfen? "Meine Motivation: Kinder. Sport mit Kindern war immer mein Leben." Ein wenig ratlos registriert sie, dass die großen Zeiten vorbei sind. "200 Kinder pro Tag werden wir wohl nie mehr erreichen." Aber freie Plätze möchte sie nicht hinnehmen. Heike Ochtrop verweist auf ein vielfältiges Programm.

Am ersten Tag stehen Spiel, Spaß und Sport im Vordergrund. Bei der KKS Brünen dürfen die Kinder mit Laserwaffen auf die Scheibe schießen. Der TC Brünen bietet extra zugeschnittene Felder für die Tenniscracks von morgen. Schminkaktionen locken. Auf dem Platz des SV Brünen schluckt ein Riesenhai als Hüpfburg die Kinder und spuckt sie wieder aus. Karl-Hermann Hecheltjen von Pro Kind hat das professionelle Angebot mit seiner Spende wieder ermöglicht. Anneliese Heiligenpahl fährt mit Kindern mit der Kutsche. Und Gerda Hans bastelt mit ihnen Maikäfer als Glücksbringer im Platzhaus am Sportplatz. Einen Plan B für schlechtes Wetter gibt es auch, dann schützt die Reithalle von Jagdfalke Brünen.

Am zweiten Tag geht's ins Spaßbad nach Dorsten, am dritten führt eine Tagestour in den niederländischen Freizeitpark Toverland. "Der ist kindgerecht, und ich kann viele Freizeitparks vergleichen", sagt Heike Ochtrop. Auch den Movie-Park in Kirchhellen, zu dem ihr eine Geschichte einfällt. Kurz nach der Eröffnung kamen die Brüner mit sieben Bussen und 300 Kindern. Ochtrop tat, wofür sie bekannt ist. Sie rief laut: "Hallo, hallo." Ihr Zeichen an die Kinder, 300 antworteten mit "Hier!" und stiefelten geordnet in Zweierreihen zum Eingang.

Anmeldungen unter Tel. 02856 2144

Quelle: RP
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