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Hamminkeln
Senioren: "Wir entscheiden die Wahl"

Hamminkeln: Senioren: "Wir entscheiden die Wahl"
Bernd Romanski, Britta Buschmann (Pflegeberatung Hamminkeln), Peter Mellin und Roswitha Bannert-Schlabes im Christophorus-Haus.
Hamminkeln. Das erste öffentliche Aufeinandertreffen der beiden Bürgermeister-Kandidaten: Themen im vollen Saal bei Forum Senioren waren Ehrenamt, bezahlbares barrierefreies Wohnen, Mobilität und Nahversorgung. Von Thomas Hesse

Dass Senioren durchaus (lokal-)politisch sind, zeigte sich beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Bürgermeister-Kandidaten Roswitha Bannert-Schlabes (CDU) und Bernd Romanski (SPD). Denn der Saal war rappelvoll im Christophorus-Haus in Hamminkeln - auch zur Überraschung der Akteure auf dem Podium. Bei der Veranstaltung des Forums Senioren der Lokalen Agenda 21 trafen sie auf eine selbstbewusste Wählerschaft. "An uns kommt keiner vorbei. Wir Ältere sind entscheidend bei dieser Wahl", betonte Peter Mellin, der die Debatte leitete, mehrfach. Die passende Zahl hatte er parat: Rund 7000 über 60-Jährige gibt es in der Stadt. Weil ihr Anteil wächst, laut Prognosen auf 11000 bei einem jährlichen Plus von 500, war das Themenfeld inhaltlich passend begründet: Folgen des demografischen Wandels für Hamminkeln, Ehrenamt, bezahlbares Wohnen, Mobilität, Nah- und Ärzteversorgung, Die bestens vorbereiteten Kandidaten schlugen sich gut, auch in der abschließenden Fragerunde. Doch die Debatte zeigte, wie schwierig es ist, das Bedürfnis nach konkreten Antworten zu befriedigen.

Siehe Ehrenamt. Hier wurde aus dem Publikum mehr Einsatz von der Stadt eingefordert. Beide Kandidaten meinten, es werde bereits viel getan. Bannert-Schlabes schlug zusätzlich eine Ehrenamtsbörse und als Dank eine Ehrenamtskarte für verbilligte Aktivitäten vor sowie mehr Hilfe der Verwaltung - Stichwort "Professionalisierung" - vor. Ein Mehrgenerationenhaus kann sie sich auch für Hamminkeln vorstellen. Romanski betonte den freiwilligen Charakter des Ehrenamts, forderte aber mehr Wertschätzung, sprich mehr Unterstützung der Stadt.

Bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum nicht nur für Senioren war ein weiteres Kernthema. Romanski hält eine Wohnungsbörse für gut, das Konzept "Jung kauft alt", also das gezielte Vermitteln von Kaufinteressenten an Häuslebesitzer, die oft allein eine Immobilie bewohnen, wird von beiden Kandidaten gestützt. Hiddenhausen gilt als Beispiel, dort werden von der Kommune bis 9000 Euro zugeschossen, wenn der Generationentausch bei mehr als 25 Jahre alten Häusern funktioniert. Nur: Das Angebot eines Hiddenhauser Fachmanns, im Rathaus vorzutragen, wurde nicht realisiert. Warum, ist unklar, aber die Kandidaten hätten hier ein Betätigungsfeld. Schwierig ist auch, Barrierefreiheit in einem Baugebiet, etwa an der Brüner Straße, vorzuschreiben. Bannert-Schlabes will hier prüfen, was über die Stadtplanung machbar ist

Beim Thema Mobilität ging es darum, den Bürgerbus-Verkehr bei Bedarf auszubauen, etwa für Marienthal, bis zum Appell, mehr Busse und Bahnen zu benutzen. Appellcharakter hatte auch Romanskis Hinweis, Kaufkraft in den Dörfern zu lassen, und nicht direkt zum Discounter durchzustarten. Bei der Ärzteversorgung will er die Ärztekammer einschalten, was schon mehrfach geschehen ist.

Fazit der Veranstaltung: Der Wille, zu führen, die Dinge anzupacken, zu gestalten und Projekte umzusetzen, ist bei beiden Kandidaten da. Es wird keine einfache Wahl. Gut also, dass das Forum Senioren die erste öffentliche Kandidatendebatte arrangiert hat.

Quelle: RP
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