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Wesel
So sieht Fees erster Schultag aus

Wesel: So sieht Fees erster Schultag aus
Fee (6) freut sich schon auf die Schule. Denn dann kann sie auch ihren Pünktchen-Schulranzen aufsetzen und den passenden Turnbeutel mitnehmen. FOTO: Malz
Wesel. Felicitas de Leuw aus Obrighoven - von allen nur Fee genannt - gehört zu den 462 i-Dötzchen, die morgen in Wesel eingeschult werden (2015: 518). Gefeiert wird, wie in fast allen Familien, mit Paten und Verwandten. Ein Besuch bei de Leuws. Von Klaus Nikolei

Felicitas, die alle nur Fee nennen, ist mächtig aufgeregt. "Wie lange dauert's noch?", fragt die Sechsjährige ihre Mutter Svenja. "Nur noch zweimal schlafen, dann geht's los." Das war gestern Vormittag.

Familie de Leuw ist eine von mehr als 450 Familien in Wesel, in denen morgen eine - mehr oder weniger große - Einschulungsfeier steigt. Das Fest, das Svenja de Leuw (35) mit ihrem Mann Stephan (42) geplant hat, ist mittelgroß. Fees Omas und Opas kommen, auch die Paten und ein paar Cousinen und Cousins. Alles in allem etwa 15 Personen.

Eigentlich wollte man die Gäste mittags in ein Restaurant einladen. Dann aber haben es sich Svenja und Stephan de Leuw anders überlegt. Jetzt gibt's Kartoffelsalat mit Würstchen und hinterher Kuchen. Die fünfköpfige Familie plant zahlreiche Renovierungsarbeiten am Haus. Da sitzt das Geld derzeit nicht ganz so locker. Deshalb haben die Eltern beim Kauf der i-Dötzchen-Erstausrüstung versucht, ein gewisses Budget nicht zu überschreiten und trotzdem auf Qualität zu achten.

Die Schultüte beispielsweise ist selbst gemacht. "Während meiner Erzieher-Ausbildung habe ich Nähen gelernt", sagt Svenja de Leuw. Und das sogar sehr erfolgreich, wie man sieht. Die Stofftüte ziert eine süße Eule - ein echter Hingucker. "Eigentlich", erzählt Stefan de Leuw, "wollte Fee einen Delfin, weil ihr Bruder Titus vor zwei Jahren eine Tüte mit Hai hatte. Aber weil wir Fee auch liebevoll Eule nennen, haben wir sie mit dieser Tüte überrascht."

"Die ist auch schön. Und meine Tasche auch", sagt Felicitas und zeigt dem Besuch ihren gepunkteten Schulranzen, der mit Pferdebildern verziert ist. Inklusive Mäppchen und Turnbeutel haben die de Leuws gut 200 Euro bezahlt. Hinzu kommen unter anderem noch Schnellhefter, Bunt- und Wachsmalstifte (80 bis 90 Euro) sowie zwölf Euro als Leihgebühr für die Schulbücher. Macht zusammen mit den Süßigkeiten und den kleinen Überraschungen in der Schultüte unterm Strich etwas mehr als 300 Euro. Die Kosten für den neuen Rock und das neue Oberteil, das Fee sicher stolz tragen wird, nicht eingerechnet.

Der morgige Tag beginnt an der Konrad-Duden-Grundschule am Nussbaumweg mit einem Gottesdienst in der nahen Lauerhaas-Kirche. Danach gehen die Kinder in die Klassen. Fee kennt ihre Lehrerin, Frau Mainitz, bereits. "Vom Schnuppertag", sagt sie und nickt. "Die ist nett." So wie ihre Freundin Emma auch. ",Mit der war ich auch im Stankt-Antonius-Kindergarten." Alle anderen Kinder aus der Maxigruppe gehen zur Buttendickschule. "Deshalb hat Fee auch ein klein wenig Angst, weil sie nur Emma kennt", sagt Svenja de Leuw. Sie ist aber überzeugt, dass sich Fee sehr schnell sehr wohlfühlen wird in der Duden-Grundschule. "Bei Titus, der übrigens auch Fees Pate sein wird, war das vor zwei Jahren ähnlich. Er kam auch nur mit zwei Freunden von der Kita Villa Kunterbunt in die Klasse von Konrektorin Dörthe Licht. Wir finden es toll, dass die Kinder in der Schule wöchentlich den Sitzplatz ändern, so dass kleinere Grüppchen gesprengt werden, sich alle Kinder kennenlernen und sofort Anschluss finden."

Die de Leuws hoffen sehr, dass Fee Spaß am Lernen haben wird. "Das ist nämlich sehr wichtig. Schließlich bilden die Klassen eins bis vier die Basis für die gesamte Schulzeit", sagt Svenja de Leuw. Und dann fügt sie hinzu: "Die Zeiten haben sich schon sehr verändert, in den Schulen wird richtig Gas gegeben." Sie könne sich noch erinnern, dass es in ihrer Grundschulklasse in Brünen noch eine Spielecke gegeben habe. "Und heute", sagt ihr Mann, "da können die Erstklässer an Weihnachten schon lesen." Auch wenn er sich kaum noch an seine Grundschulzeit erinnern kann, weiß er eines ganz gewiss: "Dass ich jedenfalls nach vier Monaten noch nicht lesen konnte."

Quelle: RP
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