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Wesel
Sommerton - die Erfolgsgeschichte geht weiter

Wesel. 900 Besucher erlebten an drei Festivaltagen großartige Musiker und spannende Klangabenteuer. Von Guido Diesing

Nach drei ereignisreichen Festivaltagen hatte Sommerton-Programmchef Wilfried Schaus-Sahm allen Grund zur Freude. Die Konzerte waren ohne Ausnahme großartig, das Programm zwischen Weltmusik und Jazz rund und bunt, die Publikumsreaktionen überschwänglich und die Zuschauerzahlen mehr als erfreulich. Über 900 Besucher an den drei Tagen waren ein deutliches Zeichen, dass Sommerton im fünften Jahr seines Bestehens nicht nur auf treue Stammgäste bauen kann, sondern stetig neue Freunde hinzugewinnt. "Die Weseler und Niederrheiner haben es inzwischen mitbekommen, dass sich ein Besuch in Diersfordt lohnt", sagt Schaus-Sahm zufrieden. "Auch die Zahl der Gäste aus dem Ruhrgebiet wächst. Unter den bescheidenen Möglichkeiten, mit denen wir hier begonnen haben, sind wir weit gekommen."

Die Gründe für den Erfolg sind vielfältig. Zunächst natürlich die Musik. Schaus-Sahm gelingt es mit sicherer Hand, Musiker zu verpflichten, die Klangabenteuer versprechen, für deren Genuss man jedoch kein abgeschlossenes Studium, sondern lediglich ein aufgeschlossenes Interesse und ein Herz für neue Töne braucht. So hat das Festival über die Jahre die Zuschauer angezogen, die es verdient: Musikliebhaber, die bereit sind, sich auf Neues einzulassen und wissen, dass sie dem Programm vertrauen können. Auch wenn man nicht weiß, was es sein wird, weiß man doch, dass es gut sein wird. So werden wohl die wenigsten unter den Besuchern des Abschlusskonzerts den Namen Marco Ambrosini zuvor schon einmal gehört haben. Nach wenigen Minuten hatten sie ihn ins Herz geschlossen, nach einer Stunde wollten sie ihn und seinen Duopartner Jean-Louis Matinier am liebsten gar nicht mehr von der Bühne lassen.

Zur ungewöhnlichen Nähe zwischen Künstlern und Zuhörern, die das Sommerton-Festival auszeichnet, trägt die ländliche Beschaulichkeit rund ums Schloss ebenso bei wie die freundliche Atmosphäre. Sie ist geprägt vom Engagement des hinter dem Festival stehenden Vereins aus Ehrenamtlichen, die mit großem Einsatz für einen handgemachten, fast familiären Charme sorgen.

Der Blick in die Zukunft verheißt Gutes. Nach Jahren des stetigen Ringens um Sponsoren, die helfen, den Etat von immerhin rund 100.000 Euro für das jeweils nächste Festival sicherzustellen, ist man erstmals in der erfreulichen Situation, schon jetzt Planungssicherheit für die kommenden beiden Jahre zu haben.

Das Programm für 2017 steht, unter anderem wird dann mit dem Pianisten Michael Wollny ein Musiker zu hören sein, der auch international das Aushängeschild der jüngeren deutschen Jazzszene ist. 2018 wird Sommerton erstmals als Teil der Muziekbiennale Niederrhein stattfinden und als dessen Eröffnung fungieren, worauf sich Wilfried Schaus-Sahm schon jetzt freut: "Das ist für uns ein großer Schritt und bringt uns weitere Aufmerksamkeit." Beste Aussichten also für weitere Sommertöne am Niederrhein.

Quelle: RP
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