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Wesel/Schermbeck/Hamminkeln/Hünxe
SPD enttäuscht über Meesters-Niederlage

Wesel/Schermbeck/Hamminkeln/Hünxe: SPD enttäuscht über Meesters-Niederlage
Wahlverlierer: Norbert Meesters mit einem Taschentuch in der Hand. Seine Niederlage zeichnete sich recht früh schon ab. FOTO: Jana Bauch
Wesel/Schermbeck/Hamminkeln/Hünxe. In Hamminkeln, Hünxe und Schermbeck zeigten sich viele vom guten CDU-Abschneiden überrascht. Von Ludwig Krause, Klaus Nikolei, und Helmut Scheffler

Eigentlich wollte die Weseler SPD gestern Abend im Ratskeller auf einen Erfolg anstoßen. Doch kaum einer hatte Lust, nach den ersten Hochrechnungen in das Restaurant zu kommen. Und die wenigen, die da im Fernseher die Wahlberichte aus Düsseldorf anschauten, wollten kein Statement abgeben: "Lieber nicht." Kaum ein Genosse fand auch den Weg ins Kreishaus, wo sich Reporter, Fotografen und Kameraleute um Wahlsiegerin Charlotte Quik (CDU) scharten, lange bevor um 21.11 Uhr ihr Sieg feststand und der Jubel aufbrandete. Die Hamminkelnerin hatte zuvor mit einigen Dutzend Parteifreunden im Weseler Bürgerschützenhaus unweit der Niederrheinhalle den Wahlerfolg von Laschet bejubelt.

Neben Meesters verfolgten auch Grünen-Kandidat Ulrich Lütke die Hochrechnungen. "Ich hatte mir mehr versprochen - und für die Grünen im Land natürlich auch. Die haben einen guten Job gemacht, das aber nicht richtig kommuniziert." Wenige Meter weiter stand FDP-Kandidatin Helen Carina Fuchs. Dass sie beispielsweise in Hünxe 9,11 Prozent der Stimmen geholt hat, freute sie. "Da habe ich am Samstag noch Rosen verteilt. Das hat gewirkt." Sie sei sehr zufrieden mit ihrem Abschneiden und natürlich mit dem Abschneiden der FDP auf Landesebene. "Das macht auch Hoffnung für die Bundestagswahl." Davon ist auch Silke Westerhoff, die FDP-Fraktionschefin aus Hamminkeln, überzeugt, die kurz vor der Entscheidung im Kreishaus auftauchte. "Das ist ein mehr als erfreuliches Ergebnis. Die Bürger haben der liberalen Idee ihre Stimme gegeben. Gut, dass jetzt wieder Politik aus der Mitte für die Bürger gemacht wird. Das hat lange fehlt."

In Hünxe zeigte sich ein ähnliches Stimmungsbild: Sie habe mit dem desolaten Ergebnis ihrer Partei gerechnet, sagt Heike Kohlhase, Fraktionsvorsitzende der Grünen. "In der Gemeinde sind wir auch noch unter dem Landesschnitt geblieben", sagt sie. "Da gibt es nichts drumherum zu reden." Trotzdem sei sie der Meinung, dass es eher Landes- als Kommunalthemen waren, die die Wahl entschieden haben. "Wir wurden mit heruntergezogen", sagt Kohlhase. Er habe schon in den vergangenen Tagen gespürt, dass der Machtwechsel möglich sei, sagt der Hünxer CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Wefelnberg. "Wir sind natürlich überglücklich, dass wir in Hünxe mit Charlotte Quik jetzt eine Ansprechpartnerin im Landtag haben." Dass in der Gemeinde die SPD sowohl bei Erst- als auch Zweitstimmen knapp vorne lag - Wefelnberg wird es verkraften können. "NRW braucht eine andere Politik. Und das wird es nun bekommen."

Die Jubelrufe der CDU über ihre 7,95 Prozentpunkte Zweitstimmen-Zuwachs in Schermbeck bei einem Gesamtstand von 39,46 Prozent waren diesmal ebenso wenig im Rathaus zu hören wie angeregte und kritische Diskussionen über Ursachen des katastrophalen Zweitstimmenverlustes der SPD in Höhe von 7,66 Prozentpunkten (insgesamt: 29,08 Prozent). Aus Kostengründen entfiel eine Wahl-Party. Die Schermbecker Wahlbeteiligung lag mit 74,91 deutlich höher als 2012 (66,38 Prozent). "Ein supertolles Ergebnis", freute sich der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Ulrich Stiemer, "ich bin selber überrascht, wie klar das Ergebnis ausfiel. Wir haben natürlich einen intensiven Wahlkampf geführt. Unsere Kandidatin Charlotte Quik hat sich in die Herzen der Schermbecker gebracht durch ihre offene, geradlinige und nette Art." Von einer "Katastrophe für die SPD", sprach der stellvertretende SPD-Vorsitzende Michael Fastring: "Ich vermute, dass die Schulpolitik ebenso wie grüne Themen, die die SPD mitgetragen hat, entscheidend gewesen sind für das schlechte Abschneiden."

Quelle: RP
 
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