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Wesel
SPD prangert ewige Baustellen an

Wesel: SPD prangert ewige Baustellen an
Ruhende Baustellen wie diese an der Konrad-Duden-Straße gibt es im Stadtgebiet haufenweise. Meist geht es um Breitband. FOTO: Fritz Schubert
Wesel. An mehreren Stellen auf Weseler Stadtgebiet gibt es derzeit nicht beendete Baustellen. Das Ordnungsamt soll auf Wunsch der Weseler SPD nun verstärkt Druck auf die Unternehmen machen. Von Fritz Schubert

Rot-weiße Absperrungen im Straßenbild verheißen meist nichts Gutes. So segensreich die dahintersteckende Absicht auch sein mag: Zunächst behindern Baustellen erstmal den Verkehr. Aktuell vermehren sich solche Inseln im Weseler Stadtgebiet immer mehr, blockieren in der Regel Rad- und Fußwege. Nur selten werden anvisierte Bauzeiten eingehalten. Vielmehr hat man den Eindruck, dass sich nach dem Aufreißen des Pflasters nichts mehr tut, die Baustelle zusehends verlottert. Dutzende solcher Ärgernisse gibt es schon. Mit weiteren ist besonders auf der linken Rheinseite zu rechnen. Die SPD dringt nun darauf, dass das Ordnungsamt die Verantwortlichen unter Druck setzt.

Ortstermin an der Konrad-Duden-Straße in Lackhausen: Die hier seit Wochen verwaiste Baustelle ist nur ein Beispiel für die vielen Standorte, über die sich Bürger massiv beschweren. Das hat die SPD-Fraktion ebenso wahrgenommen wie die Ordnungsbehörde. Fraktionschef Ludger Hovest und etliche Genossen trafen sich gestern mit Gerd Füting vom Ordnungsamt. Die Lage ist ein wenig vertrackt, denn eigentlich werden die Arbeiten ja begrüßt. In sehr vielen Fällen geht es um den Ausbau der Breitbandnetze für bessere Internetverbindungen. Auch Schulen und Sportanlagen sollen profitieren. Aber es geht eben an vielen Stellen nicht weiter, was die Verwaltung auch nach eigenen Erfahrungen nur bestätigen kann.

"Hier ist seit fünf bis sechs Wochen kein Mensch mehr gesehen worden", sagt Hovest. Deutsche Telekom, Unitymedia, RWE, Deutsche Glasfaser: Die Auftraggeber sind verschieden. Am wenigsten Probleme gibt es offenbar mit den ansässigen Akteuren wie den Stadtwerken, die im wesentlichen Gewerbe mit Glasfaser versorgen, Bauzeitenpläne strikter einhalten und natürlich auch mit Ansprechpartnern am Ort vertreten sind. Letzteres ist bei anderen Firmen nicht der Fall.

"Das Baustellenmanagement ist katastrophal", beschreibt SPD-Chef Hovest Erfahrungen beim Versuch, Verantwortliche überhaupt nur zu ermitteln, geschweige denn, sie auch telefonisch zu erreichen. Das erinnert ihn sehr an ähnliche Erlebnisse mit Nachfolgern von ehemaligen Staatsunternehmen. Zum Beispiel die Bahn. Nach zwei Jahren sollen "ein paar hundert Meter Bahnsteig" ja im Herbst fertig werden. Ratskollege Bernd Keienborg berichtet, dass er bald ein Jahr darauf wartet, dass seine schwindenden Internet- und TV-Verbindungen am Mariengaden angeschubst werden. Unterdessen ist sein alter Router in die Knie gegangen und jüngste auf Umwegen recherchierte Schätzungen verheißen Besserung in frühestens einem halben Jahr. "Eine Farce, wie die Telekom mit den Menschen umgeht", sagt er. Was aber kann man tun?

Der Ausbau für schnelles Internet ist erwünscht. Das Telekommunikationsgesetz bedingt die Genehmigung der Arbeiten. "Unterbinden können wir das nicht, auch wenn wir es gerne würden", sagt Gerd Füting. Es werde bereits massiv Druck ausgeübt. Eine Firma sei ausgeschlossen worden, weil ihre vernachlässigte Absperrung die Sicherheit gefährdete.

Quelle: RP
 
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