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Schermbeck
SPD-Ratsfrau erhält Drohbrief

Schermbeck: SPD-Ratsfrau erhält Drohbrief
Eva-Maria Zimprich hat einen Drohbrief öffentlich gemacht. FOTO: SPD
Schermbeck. Die Schermbeckerin Eva-Maria Zimprich ist mit einem anonymen Brief bedroht worden. Es geht um ihre Aktivitäten im Tanz-Club. Von Sebastian Peters

Es ist ein mysteriöses Schreiben, in schlechtem Englisch verfasst. Die Schermbecker Politikerin Eva-Maria Zimprich (SPD) wird darin bedroht. Als Adressat ist nur "The Schermbeck Correctiv" genannt. Inhaltlich geht es um die Unterstützung der Gemeinde für den Tanz-Club Grün-Weiß Schermbeck, dessen Vorsitzende Zimprich ist. Gefordert wird von Zimprich der sofortige Rücktritt von ihren Aktivitäten im Gemeinderat, den Schermbecker Ausschüssen und dem Wirken in der SPD. Außerdem fordert der Adressat, dass Zimprich einen Förderantrag des Tanz-Clubs Grün-Weiß Schermbeck zurückziehen soll. Die Familie von Eva-Maria Zimprich suchte selbst die Öffentlichkeit - sendete das Schreiben an die Presse.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, wie Zimprich unserer Redaktion am Sonntag telefonisch mitteilte. Sie erhielt die Mail am Freitag, 7. Juli, und entschied sich am Samstag, das Schreiben öffentlich zu machen. "Die Polizei hat mir gesagt, dass ich das Schreiben ernst nehmen soll", sagt Zimprich. Inhaltlich geht es um einen Streit um Hilfe der Stadt für den TC Grün-Weiß. Am Mittwoch, 12. Juli, soll der Rat über einen Zuschuss an den Tanz-Club abstimmen. Der Verein hatte im März erstmals finanzielle Unterstützung für die Umbauarbeiten der neuen Vereinsräume Im Heetwinkel beantragt. Der Haupt- und Finanzausschuss hatte zunächst einen Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro gewährt - vorbehaltlich eines neuen Votums der Politik. Dieses sollte erst im Haupt- und Finanzausschuss am 29. Juni erfolgen. Von dort wurde die Entscheidung wegen neuer Fragestellungen in den Rat verschoben.

Der Verein benötigt den Zuschuss für ein Bauprojekt: Die Tanzakademie des TC wird umgebaut. 105.000 Euro an Kosten sind veranschlagt. Einen Teil versucht der Verein über Spenden zu beschaffen - deshalb die Anfrage an die Politik.

Offenbar versucht der Drohbriefschreiber, den Verein im Kontext dieses Antrags zu schädigen - und macht Zimprich direkte Vorwürfe: "Sie und Ihr Familienclan haben die längste Zeit von Subventionstöpfen unseres demokratischen Staatssystems profitiert", heißt es. Zimprich wird vorgeworfen, mit Tricks "fremdes Geld für ihre eigene Unfähigkeit" benutzt zu haben. Sie habe dann ihren Freund, Mike Rexfordt als Bürgermeister von Schermbeck, um einen Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro für einen "ruinierten und kurz vor der Insolvenz stehenden, sogenannten Tanzsportclub" gebeten.

Zimprich solle vor der Ratsversammlung am 12. Juli handeln, fordert der Schreiber: "Es ist Ihre Entscheidung, Eva-Maria, wenn Sie nicht nur regional, sondern auch bundesweit an den Pranger gestellt werden wollen." Wenn Zimprich ihren Ratssitz behalte, werde auch der Fraktionsvorsitzende Michael Fastring "zum Abschuss freigegeben", schreibt der Verfasser.

Quelle: RP
 
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