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Wesel
"Spendengelder nicht auf Schutthaufen"

Wesel: "Spendengelder nicht auf Schutthaufen"
Pastor Johannes Vermöhlen, hier seinerzeit bei der Einsegnung des Abschiedsraums im Hospital, wird im Herbst 75 und emeritiert. FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Wesel. Hospital-Kapelle: Johannes Vermöhlen bleibt, bis ein Nachfolger da ist, und kann weiter wirken, wenn er es will. Von Fritz Schubert

Bei der Vorstellung des umfangreichen Umbau-Programms des Marien-Hospitals Wesel war der Aufsichtsratvorsitzende der Holding pro homine, Stefan Sühling, am Donnerstag auch ausführlich auf das Thema des umstrittenen Umzugs der Kapelle eingegangen (RP berichtete). In diesem Zusammenhang nahm der leitende Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus auch zum Gottesdienst und zu Personalien Stellung. Für die am Hospital wirkenden Ordensfrauen bleibe sichergestellt, dass sie täglich die Eucharistie feiern können. Schichtabhängig abgestimmt in den Kirchen der Stadt oder im Hospital, so Sühling. Auch bleibe es bei der heiligen Messe am Sonntag und dabei, dass mit Ehrenamtlichen die Kommunion zu Patienten auf Stationen gebracht werde. Nicht viele Patienten kämen in die Kapelle, sagte Sühling, denn dann könnten sie ja eigentlich wegen guten Zustands auch schon entlassen sein.

Sühling bestätigte, dass Pastor Johannes Vermöhlen im Herbst emeritiert wird und für ihn ein Pastoralreferent oder eine Pastoralreferentin die katolische Krankenhausseelsorge am Hospital übernimmt. "Ein Automatismus. Das ist so", sagte Sühling. Priester gehen mit 75 Jahren in den Ruhestand. Es sei denn, sie seien Kardinäle oder der Papst. Vermöhlen erreicht die Altersgrenze im Herbst. Neben der Stelle am Evangelischen Krankenhaus Wesel halte das Bistum für das Hospital und die Seniorenheime eine Planstelle für einen Pastoralreferenten vor. Diese sei nun "auf dem Weg der Ausschreibung". Wie Sühling weiter berichtete, sei Vermöhlen für die Übergangszeit, bis sein Nachfolger gefunden ist, weiter bereit, den Dienst zu versehen. Auch sei es nicht so, dass er als Emeritierter nichts tun dürfe. Vermöhlen dürfe, "wenn er es will und kann" auch weiterhin die Eucharistie im Hospital feiern. Aber die Kirchengemeinde sei auch verpflichtet, das zu tun, was Vermöhlen dann nicht tue.

Wie berichtet, soll für den Großumbau der Klinik zunächst der neue Standort hergerichtet und dann der Umzug vollzogen werden. Dieser liegt am künftigen Drehkreuz am Eingang der Gartenseite. Gut sichtbar und einfach zu finden soll sie sein. Damit unterstreiche die Kapelle, so die Hospitalführung, "für Patienten, Besucher und Mitarbeiter deutlich sichtbar das Selbstverständnis des Marien-Hospitals als christlich-katholisches Krankenhaus". Die Einweihung mit Weihbischof Wilfried Theising soll im Herbst/Winter stattfinden.

Nicht nur der Umzug an einen kleineren, nicht dem aktuellen Kapellen-Charakter entsprechenden Raum hatte in den letzten Wochen zu vielen Reaktionen der RP-Leser geführt. Auch die Frage nach der mit Spendengeldern 1997 installierten Orgel wurde angesprochen. "Die Spendengelder kommen nicht auf den Schutthaufen", sagte Stefan Sühling dazu. Mit Orgelbauern werde über Möglichkeiten gesprochen, das Instrument auf die veränderten Raumverhältnisse abzustimmen.

Quelle: RP
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