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Hamminkeln
Spezialsanierung gegen Jahrhundertregen

Hamminkeln: Spezialsanierung gegen Jahrhundertregen
Gerhard Brinkmann lässt seinen Keller aufwendig sanieren. FOTO: Nikolei
Hamminkeln. Ein Mehrhooger Diplom-Ingenieur lässt seinen im Sommer überfluteten Keller mit Abdichtmasse behandeln, damit aus ihm eine "Wanne" wird. Interessenten lädt er für nächsten Dienstag zum "Offenen Baustellennachmittag" ein. Von Klaus Nikolei

Den Sommer 2016 wird Gerhard Brinkmann wohl sein Lebtag nicht mehr vergessen. Genauso wie viele andere Hausbesitzer in Mehrhoog, die unter den heftigen Regenfällen Anfang Juni zu leiden hatten und in deren Kellern das Wasser mehrere Zentimer hoch gestanden hat. Was naturgemäß zu hohen Schäden führte. Bis zu 130 Litern Regen pro Quadratmeter fielen damals innerhalb weniger Stunden. Ganze Straßenzüge in dem Wohngebiet Leeger Heide, wo der 60-jährige Diplom-Ingenieur mit seiner Familie seit gut 20 Jahren lebt, standen damals unter Wasser.

"Hier hatten wir unser Schlafzimmer", sagt er und führt seinen Besuch in einen an sich schönen Raum im Souterrain seines Hauses mit Gartenblick. Auf dem Boden türmen sich auf nacktem Betonboden zusammengekehrte Haufen Schutt. Der Regen, der durch die Wand drückte, hat den Estrich komplett durchfeuchtet. Das Wasser ist auch in den Betonwänden aufgestiegen. "Wir mussten alles rausreißen und mit dem Schlafzimmer ins Erdgeschoss ziehen", sagt er.

Ähnlich sieht es auch in dem Nebenraum aus, der mal der Hobby-Lager- und Partykeller der Brinksmanns war. Hier stapeln sich aufgeweichte Styroporplatten. Ein Handwerker ist damit beschäftigt, die Stellen in den Wänden zu markieren, die möglichst schnell aufgebohrt werden, um ein Spezialharz einfüllen zu können. "Denn ich möchte alles tun, damit uns bei den nächsten Jahrhundertregenfällen nicht das Gleiche passiert. Deshalb wird in gleichmäßigen Abständen eine spezielle Abdichtungsmasse in die Wände gespritzt, die dafür sorgt, dass das Mauerwerk abgedichtet wird. Außerdem wird auf dem Boden Epoxidharz aufgebracht, so dass unser Keller am Ende einer Wanne gleicht." Gut 40.000 Euro wird Gerhard Brinkmann die bautechnisch aufwendige Sanierung der Kellers kosten.

Um sowohl interessierten Bürgern als auch Fachfirmen diese ungewöhnliche Maßnahme zu zeigen, veranstaltet der Mehrhooger am Dienstag, 8. November, in der Zeit von 14 bis 16 Uhr einen "Offenen Baustellennachmittag". Dabei stehen nicht nur er, sondern auch ein Werksvertreter der Firma Remmers Bauchemie (Lieferant der Abdichtungsmaterialien) und der bauausführenden Firma Brouwer aus Emmerich für Fragen zur Verfügung.

Gut möglich, dass zahlreiche Interessenten den Weg zum Moosweg 3 - nach vorhergehender Anmeldung unter der Rufnummer 02857 4118979 - finden werden. Denn mit nassen Kellern hatten nicht nur viele Menschen in Mehrhoog zu tun. Nicht zuletzt auch in den Weseler Ortsteilen Blumenkamp, Bislich und Ginderich klagen Menschen über Abwasserkanäle, die für solche Wassermassen, wie sie im Juni gefallen sind, einfach nicht ausreichen. Und niemand kann mit Gewissheit sagen, dass in Zeiten des Klimawandels nicht schon im nächsten Jahr erneut Unwetter über die Region hereinbrechen und zahlreiche Keller unter Wasser setzen.

Gerhard Brinkmann jedenfalls will alles dafür tun, dass er nach der kostenintensiven Sanierung vergleichsweise gelassen möglichen Unwettern entgegenschauen kann.

Quelle: RP
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