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Kreis Wesel
Betrüger am Telefon mit immer dreisteren Tricks

So schützen Sie sich vor Schock-Anrufen
So schützen Sie sich vor Schock-Anrufen
Kreis Wesel. Betrüger lassen sich immer wieder neue Variationen einfallen, um an das Geld ihrer Opfer zu gelangen. Neben dem bekannten "Gewinnspiel-Trickbetrug", bei denen die Opfer aufgefordert werden, vor Gewinnauszahlung eine Bearbeitungsgebühr zu entrichten, wendeten die Täter im nachfolgenden Fall das sogenannte "Call-ID-Spoofing" an.

Hierbei greifen die Täter auf Computerprogramme zurück, die bei einem Anruf dem Empfänger eine andere Telefonnummer im Display anzeigen, als die des Telefonanschlusses von dem aus das Telefonat tatsächlich geführt wird. Auf diese Weise ist eine Nachverfolgung des Anschlusses der Täter besonders schwierig und lenkt den Verdacht auch auf Unschuldige, deren Rufnummern von den Ganoven eingegeben und schließlich beim Angerufenen angezeigt werden.

Schutz vor Trickbetrügern an der Wohnungstür FOTO: Franz-Heinrich Busch

Diesen Trick wendeten Unbekannte kürzlich bei einem 49-jährigen Mann aus Kamp-Lintfort an. Sie teilten ihm mit, dass er bei einem Gewinnspiel gewonnen habe und zum Empfang des Gewinns eine Bearbeitungsgebühr bezahlen müsse. Einen Tag später rief ein weiterer Täter an und gab sich als Mitarbeiter einer Polizeiwache im Wohnort des Mannes aus. Nachdem der Kamp-Lintforter bat, das Gespräch nicht am Telefon führen zu wollen, sondern in den Diensträumen der Polizei, beendete der Anrufer das Telefonat. Die Nummer des Anrufers, die das Gerät im Display anzeigte, war die "richtige" Telefonnummer der Polizeiwache.

Hintergrund: Polizei warnt vor Enkeltrick FOTO: Polizei Mettmann

Um solchen Betrügern nicht auf den Leim zu gehen, sollten sich Betroffene zunächst einmal fragen, ob sie überhaupt an einem Gewinnspiel teilgenommen haben. Wer nicht teilnehme, könne auch nicht gewinnen, sagt die Polizei. Wer regelmäßig an Preisausschreiben teilnimmt, wird in der Regel per Post über Gewinne informiert. Bei Aufforderungen, Geld im Voraus zu bezahlen, sind auch hier Betrüger am Werk. Die Polizei rät, bei dubiosen Anrufen aufzulegen oder dem Anrufer zu erkennen zu geben, dass man kein Interesse habe und ihn gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt zurückrufen werde. Hierzu bittet man den Anrufer, seinen Namen und den Namen der Firma oder Organisation in deren Auftrag er anruft sowie dem jeweiligen Sitz des Unternehmens zu nennen. Die zentrale Telefonnummer kann man über Internetsuchmaschinen oder Telefonbuch recherchieren. Wer per Wahlwiederholung Kontakt zu dem Anrufer aufnehmen will, tippt die Nummer ein und drückt nicht einfach die Wahlwiederholung. Nur so könne man sicher sein, dass die Nummer, die man anrufen will, nicht manipuliert ist. Ruft man das Unternehmen an, wird schnell klar, dass von dort aus niemand angerufen hat.

Quelle: RP
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