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Heinrich Gundlach
"Auf Flüchtlinge ohne Vorbehalt zugehen"

Heinrich Gundlach: "Auf Flüchtlinge ohne Vorbehalt zugehen"
Heinrich Gundlach, Vorsitzender des Kreissportbundes. FOTO: Malz
Wesel. Der Vorsitzende des Kreissportbundes zu den Aufgaben, welche die Sportvereine im kommenden Jahr abarbeiten sollten.

Niederrhein Rund 420 Vereine vertritt der Kreissportbund Wesel (KSB), dessen Vorsitzender Heinrich Gundlach ist. Der Xantener wurde erst vor einigen Wochen in seinem Amt bestätigt. Wenige Tage vor dem Jahreswechsel äußert sich der pensionierte Lehrer zu den Aufgaben, welche die Sportclubs 2016 abarbeiten sollten und über angedachte Veränderungen im KSB.

Herr Gundlach, im Ihrem Weihnachtsgruß schreiben Sie, dass die Arbeit mit den Flüchtlingen auch die Arbeit des KSB geprägt hat. Wie sind die Vereine mit dem Thema umgegangen?

Heinrich Gundlach Der KSB hat Impulse gesetzt, die Vereine in dieser Aufgabe beraten und sie ermuntert, auf diese Menschen ohne Vorbehalte zuzugehen. Das hat oft auch gut funktioniert. Es stimmt mich allerdings ein wenig traurig, dass gerade die Menschen, die sich schon in vielen anderen Bereichen engagieren, auch hier zusätzliche Belastungen auf sich nehmen. Dabei müssten gerade diese Vorbilder entlastet werden.

Was müssen die Vereine beachten?

Gundlach Es ist nicht einfach, in Kontakt mit den Flüchtlingen zu kommen. Die Clubs sollten bestehende Netzwerke vor Ort nutzen. Ein persönlicher Besuch im Asylbewerberheim ist empfehlenswert. Die Erfahrungen zeigen, dass jede Abteilung in einem Verein einen eigenen Ansprechpartner haben sollte, um Fragen schneller zu beantworten. Auch 2016 unterstützt der Landessportbund die Projektarbeit mit Flüchtlingen finanziell. Wir vom TuS Xanten haben übrigens ab dem 1. Januar jemand, der sich in seinem Bundesfreiwilligendienst um die Flüchtlingsarbeit kümmert.

An welche zentralen Themen werden die Sportvereine im nächsten Jahr außerdem nicht vorbeikommen?

Gundlach Es gibt immer noch zu wenige Kooperationen mit Kindergärten und Schulen. Viele haben nicht verstanden, welche Chance diese Zusammenarbeit bietet. Die Mentalität, dass die Kinder sowieso den Weg in die Vereine finden, ist überholt. Man muss aktiv auf Kinder und deren Eltern zugehen. Das Jolinchen-Sportabzeichen ist ein gutes Beispiel für eine Kooperation.

Sind die Hürden noch zu hoch - Beispiel Bewegungskindergarten?

Gundlach Die Vereine müssen viel offensiver sein. Zumal sich die Voraussetzungen geändert haben, um sich Bewegungskindergarten nennen zu dürfen. So muss nicht mehr jede Erzieherin den entsprechenden Übungsleiterschein haben.

Finden denn mittlerweile die Senioren die Angebote im Sportverein, die sie suchen?

Gundlach Auch der Bereich ist noch ausbaufähig, weil Angebote für Seniorensport überlebensnotwenig für die Clubs sind. Bei den über 40-Jährigen sind noch Mitgliederzuwächse zu verzeichnen. Frauen sind dabei aktiver als Männer. Kooperationen mit Altenheimen bieten sich an. Der LSB bietet für diese Projekte finanzielle Anreize.

Wie werden denn die LSB-Fördermöglichkeiten überhaupt ausgeschöpft?

Gundlach Es ist erstaunlich, wie viele Clubs immer noch die Bürokratie scheuen. Sicher ist es aufwendig, einen Antrag auszufüllen. Aber es lohnt sich. Der KSB hilft gerne.

Apropos KSB Wesel. Haben Sie die turbulente Hauptversammlung mittlerweile aufgearbeitet? Sie wurden auch persönlich angegriffen.

Gundlach Ich war schon verwundert, wie heftig der Protest ausfiel. Wir haben den Fehler gemacht, dass wir die Personalkosten nicht den einzelnen Projekten zugeordnet haben. Dann wäre die Steigerung transparenter gewesen. Die Aufschlüsselung war nicht glücklich. Froh bin ich darüber, dass die Einsicht da ist, dass hauptamtliche Mitarbeiter erforderlich sind.

Gibt's schon einen Termin für die außerordentliche Mitgliederversammlung in 2016?

Gundlach Nein, sie soll im ersten Halbjahr stattfinden. Der Vorstand wird sich im Vorfeld der Versammlung mit den zwei Hauptkritikern zusammensetzen. Wir überlegen, die Hauptversammlung des KSB jährlich stattfinden zu lassen, auch um jährlich den Haushaltsplan und den Jahresabschluss zu verabschieden. Die Vereinsvertreter werden so stärker mit einbezogen. Dafür ist aber eine Satzungsänderung notwendig.

Am 8. Juni 2016 findet der nordrhein-westfälische Sportabzeichen-Tag in Xanten statt. Wie hoch ist der Zuschuss des KSB?

Gundlach Der Deutsche Olympische Sportbund gewährt einen hohen Zuschuss. Für den KSB Wesel wird diese Veranstaltung kostendeckend sein. Wenn das Wetter mitspielt, rechne ich mit bis zu 4000 Sportabzeichen-Erwerbern.

RENE PUTJUS FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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