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Lokalsport
Bislich besiegt undisziplinierte Viktoria

Wesel. Bezirksliga-Absteiger SV Bislich hat bei seinem 3:0-Erfolg im Halbfinale der Weseler Stadtmeisterschaft leichtes Spiel. Gegner Viktoria enttäuscht fußballerisch und fällt nur durch unschöne Szenen auf sowie neben dem Platz auf. Von Joachim Schwenk

Spielertrainer Rocco Steinert hat bei Viktoria Wesel noch verdammt viel Arbeit, wenn er mit dem Fußball-B-Ligisten eines der Ziele für die in wenigen Tagen beginnende Saison erreichen will. Steinert hat von seinem Personal mehr Disziplin verlangt. Bei der gestrigen 0:3 (0:2)-Niederlage im Halbfinale der Stadtmeisterschaft gegen den eine Klasse höher spielenden SV Bislich war bei einigen Kickern der Viktoria vor gut 300 Zuschauern im Stadion Nord nicht einmal ansatzweise der Wille zu erkennen, die Forderung des Trainers umzusetzen.

Das fing damit an, dass die Akteure von Beginn an selbst eindeutig richtige Entscheidungen des Referees lautstark kritisierten. Das ging damit weiter, dass die Defensivabteilung um den viel zu tief stehenden und schwachen Abwehrchef Mehmet Hamzaoglu taktisch undiszipliniert so plump auf Abseits spielte, dass sie dem SV Bislich relativ leicht die beiden ersten Treffer durch Marc Ressel (18.) und Richard Beenen (31.) ermöglichte. Und das hörte mit dem Auftritt von Neuzugang Dzenan Guso auf. Nachdem sich die Viktoria schon einige Nickeligkeiten in der längst entschiedenen Partie geleistet hatte, trat Dzenan Guso dem Bislicher Abwehrspieler Matthias Boland so rüde in die Beine, dass der Schiedsrichter beide Augen zudrückte, als er der Übeltäter nur die Gelbe Karte zeigte. Guso verließ anschließend den Platz, weil er sich bei seiner Attacke verletzt hatte, und hätte sich beinahe eine Rauferei mit einem Bislicher Fan geleistet, der den Spieler allerdings auch provoziert hatte.

Erfreulich war beim fußballerisch schwachen und disziplinlosen Auftritt der Viktoria, dass bei den Verantwortlichen die Einsicht herrschte, dass man sich so nicht auf und neben dem Platz benehmen darf. "Darüber werden wir sprechen müssen. Mal sehen, wie es mit Dzenan Guso bei uns weitergeht", sagte Co-Trainer Sascha Groth.

Der Bislicher Coach Dennis Lindemann war dagegen mit seinen Akteuren zufrieden. Das lag nicht allein daran, dass der Bezirksliga-Absteiger die Aufgabe sehr konzentriert anging und in jeder der 70 Spielminuten ein Klassenunterschied zu erkennen war. Lindemann freute vor allem, dass sein Team wie schon beim 2:0 im Viertelfinale gegen den Weseler SV ohne Gegentor geblieben war. "Das ist das Wichtigste." Marvin Prietzel hatte nur zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff den dritten Treffer für den SV Bislich erzielt, der auf acht Spieler, darunter einige Stammkräfte, verzichten musste.

Am Sonntag im Finale gegen den PSV Wesel (16 Uhr) wird's personell nicht besser aussehen. Allerdings kann der A-Ligist im Duell gegen den zwei Klassen höher kickenden Gegner befreit aufspielen. Lindemann: "Denn wir haben nichts zu verlieren." Das Soll wurde mit dem Einzug ins Endspiel schon erfüllt.

SV Bislich: Sextro; Boland, Isik, Hußmann (50. Gerwers), Prietzel, Sicurello, Ressel, Buhners, Beenen (36. Cagatay), Lübbe, Klein-Hitpaß (47. Kerzel).

Viktoria Wesel: Lohn; Neuenhaus (32. Steinert), Kilbinger, Hamzaoglu, Talic, Cetin (48. Schmitz), Stathoulidis, Balhas (46. Nowacek), Guso, Lüders, Bensfia.

Quelle: RP
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