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Leichtathletik
Das Jahr des Werner Kamps

Leichtathletik: Das Jahr des Werner Kamps
Eine Szene des Sportjahres 2011: Werner Kamps (l.), dessen furiose Aufholjagd beim Hamminkelner Citylauf beinahe mit dem Sieg belohnt wird, wird von seinem Clubkollegen Thomas Wingerath auf der Strecke angefeuert. FOTO: Karin Koster
Leichtathletik. Der Läufer des Hamminkelner SV hat 2011 seine sportliche Höchstform erreicht. Mit 47 Jahren siegte er unter anderem beim Hanse-Citylauf in Wesel. In der kommenden Saison will er versuchen, sein Niveau zu halten – auch wenn's nicht einfach wird. "Manchmal ist es schon eine Quälerei", sagt er. Von Daniel Brodhuhn

Die letzten Tage des Jahres 2011 wird Werner Kamps nicht in allzu guter Erinnerung halten. Kurz vor Weihnachten hat er sich bei einem Sturz vom Fahrrad zwei Rippen gebrochen. Diese Schmerzen sind aber nichts im Vergleich zu den vielen Glücksgefühlen, die der Läufer des Hamminkelner SV in dieser Saison auf den Strecken rund um seine Heimat erleben durfte. "2011 war aus sportlicher Sicht mein erfolgreichstes Jahr", sagt Kamps selbst.

80 bis 100 Kilometer in der Woche

Seit 1984 nimmt Werner Kamps an Laufveranstaltungen teil. Umso bemerkenswerter ist es, dass er nun, im Alter von 47 Jahren, seine sportliche Hochzeit erlebt. "Ich habe in diesem Jahr früh gemerkt, dass ich gut in Form bin. Durch die ersten Erfolge am Anfang der Saison habe ich mich dann selbst noch ein wenig angestachelt. Anschließend habe ich noch öfter trainiert", sagt Kamps, der zeitweise in der Woche zwischen 80 und 100 Kilometer gelaufen ist.

Laufen ist zwar seine große Leidenschaft. Doch der 47-Jährige gibt auch zu, dass die Minuten auf der Strecke manchmal auch zur Leidenszeit werden. "Ich merke natürlich schon, dass auch ich immer älter werde. Die Regenerationszeit nach einem Wettkampf ist viel länger als früher. Auch das Training, gerade im Winter, ist ab und zu eine echte Quälerei. Solange ich aber noch Spaß am Laufen habe, werde ich dabei bleiben."

Schnelligkeit contra Ausdauer

Und Spaß hat Werner Kamps noch. Vor allem am Laufen im Verein. "Ich fühle mich beim Hamminkelner SV sehr wohl", sagt Kamps, der als Verwaltungsangestellter beim Kreis Wesel arbeitet. Bis zu drei Mal in der Woche trainiert der 47-Jährige mit seinem Clubkameraden beim HSV. Von seiner Schnelligkeit auf der Strecke hat er zwar im Laufe der Jahre ein wenig eingebüßt, die nötige Ausdauer hat Kamps aber immer noch. "Meine schnellsten Zeiten bin ich vor rund zehn Jahren gelaufen." Dies hinderte ihn aber nicht daran, im Jahr 2011 seine bisher größten Erfolge zu feiern.

Beim jüngsten Crosslauf von GW Flüren kam Werner Kamps als Zweiter ins Ziel. Dritter wurde er beim Heimspiel beim Hamminkelner Citylauf. Er krönte seine Saison mit dem Sieg beim 10 000 Meter-Hauptlauf beim Hanse-Citylauf in Wesel. "Das war für mich das Highlight des Jahres. Ich hätte nie gedacht, dass ich dieses Rennen gewinnen könnte. Ich habe es erst realisiert, als ich die Ziellinie überquert habe. Das war beeindruckend", sagt Kamps, der mit dem Erfolgsjahr 2011 wohl sein Limit erreicht hat. "Mehr als in diesem Jahr geht eigentlich nicht. Ich werde aber versuchen, 2012 mein Niveau zu halten", sagt der Grenzgänger, der trotz der schmerzhaften Rippenbrüche mit einem Lächeln auf die vergangenen zwölf Monate zurückblicken kann.

Quelle: RP
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