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Lokalsport
Der SV Schermbeck darf weiter hoffen

Schermbeck. Oberligist kann Klassenerhalt nach 2:1-Sieg gegen bisherigen Spitzenreiter SF Siegen sportlich noch schaffen. Die Rettung könnte auch am Grünen Tisch gelingen. Denn der SC Paderborn überlegt, sein zweites Team aus der Liga zurückzuziehen. Von Joachim Schwenk

Die Hoffnung lebt weiter beim SV Schermbeck, weil dem Vorletzten der Fußball-Oberliga Westfalen die große Überraschung gelungen ist. Die Mannschaft gewann gestern vor 600 Zuschauern die Heimpartie gegen den bisherigen Spitzenreiter Sportfreunde Siegen nach einer aufopferungsvollen kämpferischen und über weite Strecken auch spielerisch überzeugenden Leistung mit 2:1 (2:0). Damit hat der SVS zwei Spieltage vor Saisonschluss nur noch drei Zähler Rückstand auf den SC Paderborn II (1:2 gegen Hamm), der den rettenden drittletzten Platz einnimmt und als weiteren Pluspunkt immer noch das um 15 Treffer bessere Torverhältnis aufweist.

Michael Benninghoff, Sportlicher Leiter des SV Schermbeck, freute sich nach dem Abpfiff nicht nur über die gute Leistung des SV Schermbeck, sondern auch über die Tatsache, dass Schlusslicht SV Zweckel beim SuS Neuenkirchen mit 1:4 verloren hatte. "Damit sind wir auf jeden Fall Vorletzter", sagte Benninghoff zu Schlebach. Und dieser Platz könnte eventuell die Rettung am Grünen Tisch bringen. Denn beim SC Paderborn wird zumindest darüber diskutiert, die zweite Mannschaft aus der Oberliga zurückzuziehen, was den Schermbecker Klassenerhalt bedeuten würde.

Hintergrund ist, dass der SC Paderborn nach dem Abstieg aus der Zweiten Bundesliga einen strikten Sparkurs fahren muss. Er muss seinen Etat von jetzt 22 Millionen auf zehn Millionen Euro zusammenstreichen, weil vor allem die Einnahmen aus Fernsehgeldern drastisch sinken. Deshalb ist es fraglich, ob der Club sich noch eine zweite Mannschaft in der Oberliga leisten kann und will. Eine Entscheidung soll beim SC Paderborn, bei dem Präsident Wilfried Finke nach dem Abstieg seinen Rücktritt erklärt hat, in den nächsten Tagen fallen.

Der SV Schermbeck würde beim sportlichen Abstieg die Chance nutzen, am Grünen Tisch in der Klasse zu bleiben. "Wir müssten das zwar noch im Vorstand besprechen. Doch ich gehe davon aus, dass wir in der Oberliga spielen würden", sagte Benninghoff. Schlebach wollte sich gestern noch nicht weiter mit dem Thema befassen. "Warum auch? Ich habe ja keinen Einfluss auf die Entscheidungen, die in Paderborn fallen."

Entscheidenden Einfluss hatte er aber darauf, dass seiner Mannschaft der Coup gegen den Spitzenreiter gelungen ist, nach dem der Klassenerhalt weiter auch sportlich machbar ist. Christoph Schlebach hatte im Tor dem jüngeren Keeper Dennis Heyer den Vorzug vor Tim Krückemeier gegeben, weil Heyer im Training die besseren Leistungen gezeigt hatte. Und der Nachwuchsmann war bis auf eine Ausnahme ein sicherer Rückhalt. "Er hat seine Sache richtig gut gemacht", lobte Schlebach.

Das traf auch auf die Vorderleute des Keepers zu. Denn der Sieg des SV Schermbeck gegen den bisherigen Spitzenreiter, dem gestern schon ein Remis zum Aufstieg in die Regionalliga gereicht hätte, war verdient. "Ich habe gesagt, dass wir eine überragende Leistung zeigen müssen, wenn wir diesen Gegner schlagen wollen. Das war über 65 Minuten der Fall", sagte Schlebach.

Zumal ein Start nach Maß der Mannschaft die nötige Sicherheit gab. Tuncay Turgut verwandelte bereits in der zweiten Minute einen an Tim Dosedal verursachten Foulelfmeter zur Führung. Der SVS hatte den Gegner anschließend lange im Griff. Eswin Vreven erzielte folgerichtig kurz vor der Pause auf 2:0 (41.). Der enttäuschende Titelanwärter erhöhte nach dem Wechsel zwar die Schlagzahl ein wenig. Er versuchte sein Glück aber ohne Spielwitz ausschließlich mit hohen Bällen in den Schermbecker Strafraum. Das hatte erst in der 81. Minute Erfolg, als der Favorit nach einem Eckball per Kopf auf 1:2 verkürzte. Die Partie stand plötzlich noch einmal auf der Kippe, zumal Kilian Niewerth (87., 88.) zwei große Chancen zum entscheidenden 3:1 vergab. Doch der SVS rettete den Vorsprung auch über die sechsminütige Nachspielzeit.

Quelle: RP
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