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Lokalsport
Die Geschichte zum 36:0

Emmerich/Wesel. In keinem Fußball-Spiel am Niederrhein fielen im Jahr 2016 mehr Tore. Der 36:0-Sieg des VfB Rheingold Emmerich II bei Wesel Anadolu Spor II am zweiten Spieltag der Saison in der Kreisliga C schlug hohe Wellen. Die Geschichte zu einem Rekordsieg, der wohl ein Muster ohne Wert bleiben wird, weil Anadolu Spor seine Mannschaft zurückziehen will. Von Dennis Gollasch

Marco Heinen, Trainer des VfB Rheingold II, musste erst einmal mit seinem Team darum bangen, dass die Partie überhaupt angepfiffen wurde. "Wir haben beim Aufwärmen erfahren, dass das Spiel gar nicht stattfinden sollte, da Anadolu zunächst nicht genug Akteure hatte." Überraschend fand der Gastgeber, der ohnehin nur eine Neuner-Mannschaft gemeldet hatte, doch noch genügend Spieler. Denn einige Altherren-Kicker halfen aus.

Heinen betont immer wieder, dass Wesel Anadolu Spor sich stets fair und ordentlich präsentiert habe. "Das Team aus Wesel bestand vorrangig aus Hobbykickern, die aber das ganze Spiel über mit Humor und absoluter Fairness agiert haben. Nach sehr frühen und zahlreichen Gegentreffern ergaben sie sich ein Stück weit." Verletzungen von Anadolu-Spielern sowie "eine Mischung aus etlichen kuriosen Umständen" führten zu einem Halbzeitstand von 19:0. Auch in der zweiten Hälfte hörte der VfB Rheingold Emmerich II, der in der Saison zuvor Vizemeister geworden war, nicht mit dem Toreschießen auf und legte 17 Treffer nach.

Niklas Wiedersporn (11) und Marvin Beikirch (9) trafen am Sonntag wohl häufiger als mancher Amateurfußballer in seiner gesamten Laufbahn. Harald Hammerschmidt, Timm Ullrich und Benedikt Langer schossen jeweils drei Tore, Henning Cybulski und Felix Hemke schnürten einen Doppelpack. Sascha Knieling, der den Torreigen in der zweiten Minute eröffnet hatte, und Marcel Czekalla waren ebenfalls erfolgreich. Hinzu kam ein Weseler Eigentor.

"Von Stärke oder Schwäche zu sprechen, wäre fehl am Platz, da wir dem Gegner absolut Respekt zollen", sagt Marco Heinen. "Andere Teams wären unter derart schlechten Vorzeichen gar nicht erst angetreten. Die Mannschaft von Wesel Anadolu Spor hat sich aber gestellt - und das ist sicherlich aller Ehren wert." Kritik, dass seine Mannschaft im Sinne des Fair Play ab einer gewissen Anzahl an Toren einen Gang hätte zurückschalten können, weist Heinen zurück. "Es ist klar, dass das Ergebnis ungewöhnlich ist. Aber alle Beteiligten haben es mit der notwendigen Prise Humor genommen und sich nach dem Spiel respektvoll die Hand gegeben."

In keiner Spiel- oder Altersklasse im gesamten Bereich des Fußball-Verbandes Niederrhein hat es im Jahr 2016 ein höheres Ergebnis oder mehr Tore in einer Begegnung gegeben. Einmalig in Deutschland ist dieses Resultat jedoch nicht. Nur kurz vor Anpfiff der Partie am Weseler Schulzentrum Nord wurde in Paderborn das Spiel zwischen Blau-Weiß Sande III und SJC Hövelriege II beendet. Endstand dieser Begegnung in der Kreisliga C: 0:36.

(fupa)
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