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Lokalsport
Force India plant weiter mit Nico Hülkenberg

Niederrhein. Formel 1: Der britisch-indische Rennstall möchte auch die Saison 2017 mit dem Emmericher und Sergio Perez bestreiten.

Silverstone ist ein Mekka für Formel-1-Fans. Es werden jede Menge spezielle Aktionen durchgeführt und die Fahrer geben sich im Home of British Motor Racing besonders volksnah. Für Force India ist das eine ganz besondere Verpflichtung, liegt die Fabrik doch nur einen Fußweg von sechs Minuten vom Eingang der Rennstrecke entfernt.

So auch am vergangenen Wochenende, als der britisch-indische Rennstall auf dem Campingplatz eine eigene Bühne aufgebaut hatte. Da passte es, dass auch Boss Vijay Mallya live vor Ort dabei sein konnte. Der ehemalige Multi-Milliardär wird bekanntlich in seiner Heimat Indien mit Haftbefehl gesucht und lebt nun auf seinem Anwesen in England - geschützt durch einen Diplomatenpass. Was der jetzt medial nur schwer zu fassende Teamchef am Rande des Rennwochenendes äußerte, wurde dementsprechend genau aufgesogen. Eine Aussage ließ aufhorchen. "Beide Fahrer wurden für 2017 verpflichtet", wird der Inder von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. "Es handelt sich um eine feine Fahrerpaarung, beide sind absolute Spitzenklasse. Ich habe nie an Paydriver geglaubt, wo Talent oder Fähigkeiten beschränkt sind. Ich versuche immer, die besten, für uns verfügbaren Fahrer zu verpflichten. Und ich bin sowohl mit Checo als auch mit Nico sehr zufrieden."

In einer Phase, in der es für Hülkenberg nicht besonders geschmeidig läuft, ist das Vertrauen seines Teamchefs mehr als Gold wert. War in der Vergangenheit eigentlich immer der Emmericher ein heiß gehandelter Kandidat für diverse Formel-1-Cockpits, hat ihm in dieser Saison sein Teamkollege Sergio "Checo" Perez den Rang abgelaufen. Viele im Paddock haben den Mexikaner, der bereits zwei Podestplätze in diesem Jahr eingefahren hat, als Nachfolger von Kimi Räikkönen bei Ferrari gesehen. Nachdem die Mythos-Marke aus Maranello aber vor dem Großbritannien GP bekannt gegeben hat, dass der Finne eine weitere Saison bleibt, sind alle diese Gerüchte ad acta gelegt worden.

"Mit der Bestätigung von Kimi hat Ferrari viele Spekulationen, die in den letzten Wochen kursierten, beendet", sagte Mallya, der dieses Mal vollkommen atypisch handelte. "Wir sind in diesem Jahr sehr viel früher dran als sonst, denn normalerweise verkünden wir unsere Fahrerwahl erst in der Winterpause." Wieso Force India nun schon vor der Sommerpause die zukünftige Fahrerpaarung bekannt gibt, verriet er gleichwohl nicht.

Möglich ist, dass Mallya den ersten Zug bei der Planung machen will. Denn angeblich soll Williams ohne Felipe Massa in die nächste Saison gehen wollen. Dem Emmericher Hülkenberg werden nach wie vor beste Kontakte nach Grove nachgesagt und Perez ist - anders als Teamchef Mallya es sagt - sehr wohl ein Paydriver, der durch seine mexikanischen Sponsoren eine Millionenmitgift mit ins Team bringt. Das könnte selbstredend auch Williams interessieren, die wie Force India finanziell nicht auf Rosen gebettet sind.

(tt)
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