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"Paule" ist mit 51 immer noch am Ball

Lokalsport: "Paule" ist mit 51 immer noch am Ball
Torjubel Marke Paul Dickerboom: Wie viele Treffer er in seiner langen Laufbahn als Stürmer geschossen hat, das weiß er nicht. Einige hundert Tore werden es schon sein. FOTO: RP-Archivfoto
Niederrhein. Paul Dickerboom ist als Spielertrainer des B-Ligisten Fortuna Keppeln nach wie vor aktiv. Früher stürmte er unter anderem für den RSV Praest, SV Vrasselt, VfB Rheingold und Weseler SV. "Solange es geht, spiele ich Fußball", sagt er. Von Helmut Vehreschild

Der "Paule" kann es nicht lassen. Auch mit 51 Jahren gibt es für Paul Dickerboom nichts Schöneres, als wöchentlich Fußball zu spielen. Die ganz großen Zeiten sind natürlich vorbei, als der Stürmer in der Verbandsliga und Landesliga auf Torejagd ging. Doch auch beim B-Kreisligisten Fortuna Keppeln, wo er als Spielertrainer arbeitet, macht es ihm noch Spaß.

"Ich habe immer vorne gespielt. Schon als Kind wollte ich Stürmer sein", sagt Paul Dickerboom, der "op de gönne Kant" in Praest bei Emmerich aufgewachsen ist. "Meine beiden Brüder interessierten sich mehr für Pferdesport. Ich war der Einzige in der Familie, der immer schon Fußball spielen wollte." Als Achtjähriger kickte er erstmals beim RSV Praest, wo er alle Jugend-Mannschaften durchlief. Als 17-Jähriger hat er beim 1. FC Bocholt in der A-Jugend-Niederrheinliga angeheuert.

Paul Dickerboom ärgert sich über eine vergebene Torchance. FOTO: Archiv/Evers

Nach einem Pokalspiel in Heiligenhaus wäre Dickerbooms Leben beinahe schon zu Ende gewesen. "Wir waren auf der Rückfahrt, als auf der Autobahn 3 bei Hünxe ein Reifen geplatzt ist. Der Wagen ist in eine Böschung gerutscht, ich bin durch die Heckscheibe geflogen. Brustwirbel waren gebrochen, vier Wochen musste ich im Krankenhaus liegen."

Als es ihm wieder besser ging, holte Josef Helmes, damals Vorsitzender des SV Vrasselt, den talentierten Angreifer nach Emmerich. Dickerboom begann eine Lehre bei der Sparkasse Emmerich-Rees und spielte während der dreijährigen Ausbildung in der Landesliga. Vereine sammelte der "Paule" in seiner langen Karriere wie andere Briefmarken. Verbandsligist Olympia Bocholt, dann wieder der SV Vrasselt, ehe er zum ersten Mal beim Landesligisten Sportclub 1863 Kleve kickte. Insgesamt spielte er für die Blau-Weißen in drei Etappen gut neun Jahre. Dazwischen kamen noch Stationen beim Verbandsligisten SV Straelen und beim VfB Rheingold Emmerich. "Das war eine wunderbare Zeit beim Sportclub. Und wenn es mal darum ging, Bandenwerbung anzuschrauben, dann war die ganze Mannschaft zur Stelle. Viele Jungs hatten einen tollen Charakter. Ich denke da nur an Achim Tenhaft", sagt Paul Dickerboom. "Das war eine andere Generation. Alle blieben anschließend noch auf ein Bierchen. Heutzutage kümmern sich die Jüngeren um Handy und Whatsapp." Wie viele Tore er in den Jahrzehnten geschossen hat, das weiß er nicht. Einige Hundert waren es schon. "Beim Sportclub habe ich in der Landesliga mal 28 Tore gemacht."

Er stürmt als Spielertrainer heute noch für den B-Ligisten Fortuna Keppeln. FOTO: Evers Gottfried

Seine Trainer in der Klever Oberstadt waren Manfred Priewe, Pille Gecks, Georg Mewes, Ralf Kessen, Ottmar Döllekes und Udo Kempkens. "Ganz heiß waren natürlich die Derbys gegen den VfB Kleve. Das waren packende Spiele mit vielen Zuschauern. Und nach 90 Minuten waren wir wieder eine Fußballfamilie. Das gibt es heute nicht mehr", sagt Paul Dickerboom. Als die Roten und die Blauen im Jahr 2000 zum 1. FC Kleve fusionierten, ging er wieder auf die andere Rheinseite. Der Weseler SV und SV Vrasselt waren weitere Stationen. Mit 38 Jahren war er Spielertrainer beim TuS Xanten, dann mal wieder Vrasselt, mit 41 wieder Spieler in Xanten mit Coach Torben Sowinski. "Ein toller Mensch." Den RSV Praest in der C-Liga und Vrasselts A-Jugend trainierte er, ehe er im vergangenen Jahr bei Fortuna Keppeln in der Kreisliga B engagiert wurde.

"Die Kameradschaft in Keppeln ist prima, aber sportlich muss es besser werden. In der B-Liga ist es halt anders, da steht die dritte Halbzeit im Vordergrund", sagt Dickerboom, der auch mit 51 Jahren noch Stürmer ist. "Nicht mehr so schnell wie früher. Ich bin immer gerne gelaufen, trotz vieler Operationen". Er zählt die Verletzungen auf: "Kreuzband, Außenband, Leistenbruch, mehrfach das Nasenbein gebrochen. Die Nase ist heute noch krumm", sagt "Paule" und lacht: "Solange es geht, spiele ich Fußball, dann eben bei den Altherren." Beruflich ist Paul Dickerboom übrigens deutlich treuer als im Fußballsport. "Ich bin Privatkundenbetreuer bei der Sparkasse Rhein-Maas. Da ist eine Konstante", sagt er.

Quelle: RP
 
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