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Fußball
Rütter soll für Raschid kommen

Keine Einigung über die sportlichen Perspektiven: Franz Raschid verlässt den Landesligisten am Saisonende. Sein Nachfolger soll ein Mann aus den eigenen Reihen werden: Roger Rütter, Coach der zweiten Mannschaft. Von Joachim Schwenk

Der PSV Wesel hat am Donnerstagabend einen Schlussstrich unter das Thema Trainerfrage gezogen, ehe es zur unendlich lähmenden Hängepartie wurde. Der Fußball-Landesligist zog das Vertragsangebot an Trainer Franz Raschid zurück. Die Amtszeit des Ex-Profis, der zuvor selbst auch nicht den Anschein erweckt hatte, dass er großes Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit hat, endet im Juni nach nur zwei Jahren.

Entscheidung am Wochenende

"Wir brauchten eine Entscheidung, um die Planungen für die neue Saison endlich angehen zu können. Wir haben lange genug auf eine Zusage von Franz Raschid gewartet", sagte Fußball-Abteilungsleiter Holger Spychalski. Der neue Coach des Landesliga-Neulings, der sich noch Sorgen um den Klassenerhalt machen muss, wird höchstwahrscheinlich aus den eigenen Reihen kommen. Roger Rütter, Trainer der zweiten Mannschaft, die er in der Kreisliga A führte und dort zu einem Spitzenteam formte, soll Nachfolger von Franz Raschid werden.

"Wir müssen noch abschließende Gespräche mit Roger Rütter führen. Ich hoffe, dass er uns am Wochenende die Zusage gibt", sagte Spychalski gestern. Rütter (34), der schon seit 18 Jahren als Coach beim PSV Wesel arbeitet, hat großes Interesse an dem Job. "Es würde sich ein Kreis für mich schließen, weil ich dann von der F-Jugend aufwärts alle Teams bei meinem Verein trainiert hätte. Doch entschieden ist noch nichts. Jetzt muss ich sehen, dass ich mit dem Vorstand auf einen Nenner komme. Denn ich habe gewisse Vorstellung, wie es beim PSV weitergehen soll", sagte Rütter.

"Es passt einfach nicht"

Die hatte Franz Raschid, der das Team in der letzten Saison auf Anhieb zum Bezirksliga-Titel führte, auch. Sie deckten sich aber nicht annähernd mit denen des Vereins. "Es gab bei der sportlichen Perspektive für die neue Saison in allen Punkten keine Übereinstimmung. Ich will leistungsorientiert arbeiten. Doch beim PSV gibt's nicht das Leistungsdenken, das für die Landesliga notwendig ist. Es passt von der sportlichen Philosophie her einfach nicht mehr", meinte Raschid, der außerdem die schlechten Trainingsbedingungen im Winter beklagte. "Es macht keinen Spaß, wochenlang in der Dunkelheit über die Straßen in Lackhausen zu laufen, weil die Rasenplätze auf der Anlage alle gesperrt sind."

Es gab endgültig keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit mehr, nachdem Kadir Güzel und Eray Tuncel verkündet hatten, dass sie nach dieser Saison zum Niederrheinligisten VfL Rhede wechseln. Raschid forderte Verstärkungen von außerhalb. Der PSV will dagegen seiner Linie treu bleiben und auf die Jugend setzen. "Wir wollen die Lücken mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs schließen", sagte Abteilungsleiter Spychalski (siehe Interview). Rütter ist zuversichtlich, dass dies klappen kann. "Es gibt im Verein einige junge Leute, die wir mit ins Boot holen könnten."

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Quelle: RP
 
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