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Lokalsport
Schachverein ist zurück in der Regionalliga

Wesel. Rückkehrer Martin Valkyser verstärkt die Weseler Mannschaft, für die es in der neuen Saison in der fünfthöchsten Liga nur um den Klassenerhalt geht. Von Andreas Nohlen

Der Schachverein Wesel ist nach 15 Jahren in der Regionalliga zurück. Der Saisonauftakt missglückte mit einer Niederlage gegen den großen Konkurrenten aus Rheydt zwar. Und am sechsten Spieltag schien nach einem Remis in Solingen bereits alles vorbei zu sein. Doch auch die Konkurrenz ließ Federn - so schaffte der SV Wesel am letzten Spieltag doch den Titelgewinn in der Verbandsliga und damit den Aufstieg.

"Nachdem wir 2015 schon nur unglücklich aufgrund der Brettpunkte gescheitert waren, lautete unser Ziel Aufstieg. Aber zwischenzeitlich hatte es danach nicht mehr ausgesehen", sagt Mannschaftsführer Thomas Dickmann. "Am Ende haben wir auch Glück gehabt." Dabei scheint Glück die letzte Komponente zu sein, die ein Schachspiel entscheiden kann. Aber die personellen Voraussetzungen sind naturgemäß nicht immer gleich und besitzen viel Einfluss auf den Saisonverlauf.

Am Personal für die kommende Spielzeit, die für den Aufsteiger am Sonntag, 11. September, bei den Schachfreunden Heinsberg beginnt, gibt es eine Veränderung zum Positiven. Martin Valkyser, jahrelang die Weseler Nummer eins und Mitglied des Jugend-Teams, das 1983 Deutscher Vizemeister wurde, verstärkt die Mannschaft. "Er hat zwischenzeitlich in Katernberg in der NRW-Liga gespielt und wird in der kommenden Saison unsere Nummer zwei sein", sagt Dickmann.

Die Nummer eins bleibt Olav Schoonenberg, der ebenso wie der an Position vier spielende Jan Fleuren aus den Niederlanden kommt. "Wir haben uns bei einem Turnier kennengelernt. Beide sind in Nimwegen in der Zweiten Niederländischen Liga aktiv, wo ich auch schon mal als Ersatz dabei war", sagt Dickmann, der in Wesel an Brett fünf agiert. Das künftige Team komplettieren Dieter Bohnes, Oskar Braun, Reinhard Murina, Christoph Krebel, Mirko Kupinski und Christian Schumann.

"Das Ziel ist natürlich nur der Klassenerhalt", sagt Dickmann mit Blick auf starke Gegner wie Elberfelder SG, Krefelder SK oder Düsseldorfer SK II. Gemeinsam trainiert und analysiert wird zumeist freitags in der Zitadelle, aber auch viel individuell. "Computer haben den Reiz am Schach-Spiel nicht verringert", sagt Ulrich Dimmek, Vorsitzender des Schachvereins, der in der letzten Saison in zwei Partien in der ersten Mannschaft mitspielte.

Im Internet ist quasi alles über Schach zu finden, auch Datenbanken über die jeweiligen Gegner. Folgenschwere Fehler vermeiden, Spielmuster erkennen und in der entscheidenden Phase der Partie bestimmte Dinge einfach abrufen können, darauf wird es für die Weseler in der fünfthöchsten Klasse mehr denn je ankommen.

Selbstverständlich verboten sind eingeschaltete Handys auf dem Tisch. "Beim Klingeln des eigenen Telefons hat man die Partie sofort verloren", sagt Dickmann. Denn in Zeiten, in denen selbst Weltmeister Probleme gegen die künstliche Intelligenz aus der Westentasche bekommen, wäre die Verlockung einer Suche nach Tipps zu groß.

Die Regionalliga-Rückkehr war Höhepunkt einer ereignisreichen Saison für die Weseler Schachspieler. Die dritte Mannschaft stieg in die Bezirksliga und das vierte Team in die Bezirksklasse auf. Die zweite Garnitur musste aus der Verbandsklasse runter in die Bezirksliga. Zudem stellt der SV Wesel zwei Jugend-Teams. Die U 20 startet in der Regionalliga, die zweite Mannschaft spielt auf Kreisebene.

Quelle: RP
 
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