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SV Haldern: Wales und Island als Vorbild

Lokalsport: SV Haldern: Wales und Island als Vorbild
Trainer Jürgen Stratmann (l.) und Co-Trainer Martin Warning (r.) mit den Neuzugängen Niklas Buck (2. v. l.) und Felix Unger aus der eigenen A-Jugend. FOTO: Banski
Niederrhein. Fußball: Der Bezirksliga-Aufsteiger schenkt seinem Meister-Team das Vertrauen und verzichtet gänzlich auf externe Zugänge. Von Torsten Tenbörg

Über allem steht beim SV Haldern eine Philosophie. Die sieht so aus, dass der Aufsteiger in die Fußball-Bezirksliga diesmal auf externe Neuzugänge verzichtet. "Es haben sich einige Leute bei uns angeboten", sagt Coach Jürgen Stratmann, dem auch in dieser Saison Martin Warning als Co-Trainer zur Seite steht. Doch den Kickern wurde abgesagt. Diese doch ungewöhnliche Vorgehensweise hat ihren Ursprung in der Winterpause der vergangenen Spielzeit. Damals fragten die Verantwortlichen bei den Akteuren deren persönliche Ziele ab. "Aufstieg", hieß es unisono aus dem Mannschaftskreis. Zudem signalisierten die Kicker, dass sie ihre Zukunft im Lindenstadion sehen. "Wir wollen deshalb jetzt nicht mit externen Neuzugängen auf Biegen und Brechen die Bezirksliga halten", sagt Stratmann. "Sollte es nicht klappen, wird die Mannschaft nicht auseinanderbrechen."

Mit dieser personellen Kontinuität will der SV Haldern auch eine Liga höher punkten. Allerdings gibt es einige Änderungen: Christian Böing ist der einzige Abgang. Der langjährige Stammkeeper hatte bereits in der Hinrunde erklärt, dass er seine Zukunft auf der Trainerbank sieht. Als das Angebot des SV Ringenberg kam, dort als Coach einzusteigen, nahm er es an. Eine Suche nach einer neuen Nummer eins gibt es nicht. Jürgen Stratmann legte sich frühzeitig fest und hat Marvin Thölke zum neuen Stammtorhüter ernannt. "Christian Böing ist menschlich und auch sportlich ein Verlust", sagt der Coach, der gleichzeitig die neue Nummer eins lobt: "Marvins große Stärke liegt in Eins-gegen-Eins-Situationen." Als Ersatzkeeper gehören Dominik Szostak (SV Haldern II) und Niklas Buck aus der eigenen A-Jugend dem Kader an. Neben Niklas Buck rückt in Felix Unger ein weiterer Akteur aus der eigenen Jugend auf.

Während es personell keine Experimente gibt, kündigt Stratmann an, in der Vorbereitung verschiedene Systeme zu probieren. Die Viererkette wird favorisiert. Aber es soll auch getestet werden, wie das Team mit einer Umstellung auf drei Innenverteidiger zurechtkommt. "Auf einer Trainertagung hat mich einiges von der Dreierkette überzeugt", sagt der 45-Jährige.

Grundsätzlich wird beim SV Haldern mehr Flexibilität in der Abwehr erwartet. Für das Mittelfeld gilt dies auch. Jürgen Stratmann wünscht sich, dass in der Zentrale der Ball schneller nach vorne gespielt wird. Der Sturm ist bekanntermaßen seit Jahren das Prunkstück. Ein Schwerpunkt wird in der Vorbereitung auf das Spiel mit diagonalen Bällen gelegt. "Das wird wichtig für unsere Flügelstürmer", sagt der Trainer, der auch Verbesserungspotenzial bei Standardsituationen sieht. Auch eine Liga höher werden die Halderner während der Saison zwei Einheiten pro Woche absolvieren. Jürgen Stratmann hat sich bewusst gegen einen dritten Trainingstag entschieden. Dafür wurde allerdings die Dauer der Übungseinheiten von anderthalb auf jetzt zwei Stunden erhöht.

In der vergangenen Saison stellte der SV Haldern noch das fairste Team der Kreisliga A. Die Spieler sollen nun körperbetonter zur Sache gehen, um ihr großes zu erreichen. "Wir wollen als Aufsteiger den Klassenerhalt schaffen", sagt Stratmann, der als akribischer Arbeiter gilt und sich im Fußball-Kreis Rees-Bocholt glänzend auskennt. Die Spielvorbereitung ist eine große Stärke des Meisters in der Kreisliga A gewesen. Aber durch die Gruppeneinteilung mit vielen Vereinen von der linken Rheinseite warten in der Bezirksliga jetzt viele unbekannte Gegner, was die Aufgabe erschwert.

25 Jahre mussten die Halderner Anhänger auf Bezirksliga-Fußball warten. Stratmann selbst stand damals zwischen den Pfosten und kann sich an das einjährige Gastspiel in der Bezirksliga gut erinnern. Besonders sind etliche unglückliche Situationen gleich zu Beginn der Saison gegen den SuS Isselburg und den VfB Rheingold Emmerich in seinem Hinterkopf geblieben.

Auch aus diesen persönlichen Erfahrungen zieht der Coach seine jetzige Maxime, wenn er fordert: "Wir müssen mutig in die Spiele gehen." Anschauungsunterricht habe zuletzt noch einmal die Europameisterschaft in Frankreich gegeben, bei der Außenseiter wie Wales oder Island auftrumpften. Trainer Stratmann sieht sein Team in einer ähnlichen Position: "Die Jungs sind bereit, alles zu investieren. Sie werden kämpfen, bis es nicht mehr geht. Das kann man aber auch erwarten."

Vorangehen soll in diesem Punkt der Mannschaftskapitän. Auch in der kommenden Spielzeit trägt Matthias Bauhaus die Spielführerbinde. "Er hat sich in der letzten Saison noch einmal enorm weiterentwickelt", sagt Stratmann.

Quelle: RP
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