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Wesel
St. Lukas: In der Feldmark zu Hause
Wesel: St. Lukas: In der Feldmark zu Hause
Wasserspiel und Esel vor dem Haupteingang an der Springendahlstraße: Das Seniorenheim St. Lukas ist für die feierliche Eröffnung morgen gerüstet. Die Parkplätze rundherum werden noch mit Pflanzen eingefasst. Zum Brandschutz hat das Haus zwei Not-Treppenhäuser. Die Außentüren sind alarmgesichert. FOTO: RPO
Wesel. Das neue Seniorenheim an der Springendahlstraße wird morgen feierlich eröffnet. 25 der 75 Einzelzimmer sind bereits belegt. Viele Bewohner kommen aus Flüren und der Feldmark. Vielfältige Angebote und die Einbeziehung der Angehörigen sollen helfen, das Haus im Stadtteil zu verwurzeln. Von Gerd Heiming

Frieda Tebbe aus Flüren war in der Evangelischen Kirchengemeinde sehr aktiv und möchte ihre Kontakte nicht abreißen lassen. Deshalb hat sich die 88-jährige Dame, die das große Haus und den Garten nicht mehr allein versorgen kann, für einen Umzug in das neue Seniorenheim St. Lukas entschieden. Dort bewohnt sie jetzt eines der 75 Einzelzimmer (Info). Das markante Gebäude an der Reeser Landstraße (B 8) wird morgen Vormittag offiziell eröffnet.

Wie Frieda Tebbe kämen viele der inzwischen 25 Bewohner aus dem Umfeld Flüren/Feldmark, sagt Haus- und Pflegedienstleiter Christof Lause. Für Senioren aus diesen Stadtteilen liege das Haus offenbar günstig. Ein Vorteil, den auch Angehörige zu schätzen wüssten. „Viele, die sich hier treffen, kennen einander seit Jahren und duzen sich“, berichtet der studierte Pflegewirt (41), der zuletzt das Martini-Stift in der Weseler Innenstadt geleitet hat.

Hochbeet und Voliere

„Wir sind keine Insel“, betont Lause. Ziel sei es, dem Haus einen festen Platz im Stadtteil zu geben und die Bewohner „aus dem Zimmer zu holen“. Katholische und Evangelische Kirche bieten regelmäßig Gottesdienste an. Zum Wochenprogramm gehören Singkreis, Sitzgymnastik, Spielerunde, Gedächtnistraining und andere Angebote. Weitere werden hinzukommen, ausgerichtet an Beschäftigungen, denen die alten Menschen ihr Leben lang gerne nachgegangen sind. Lause kann sich vorstellen, gegenüber dem Haupteingang (Springendahlstraße 6) ein Hochbeet anzulegen oder eine Voliere und Kaninchenställe einzurichten. Die Möglichkeit, Routinearbeiten zu verrichten (Tiere füttern, Obst schnibbeln, Blumen schneiden), sei vor allem für die dementen Bewohner wichtig, erklärt Lause. Diese Gruppe macht 50 Prozent aus.

In den Alltag im Haus möchte der Heimleiter Ehrenamtliche einbeziehen. Zehn haben sich bereits gemeldet. Sie lesen vor, singen mit den alten Menschen oder machen Ausflüge mit ihnen. Die Rheinaue und der Feldmarker Markt sind nah. Auch die Angehörigen seien „gern gesehen“, betont Lause.

Das Haus verfügt über 75 Einzelzimmer in drei Wohnbereichen. Doppelzimmer gibt es nicht. Wenn Ehepaare (bisher zwei) einziehen, können sie zwei nebeneinander- oder gegenüberliegende Einzelzimmer zum Wohnen und Schlafen nutzen. Die Zimmer zur B 8 seien übrigens ebenso gefragt wie die nach hinten heraus, wo es grünt und blüht, sagte Lause. „Die einen wollen das Leben auf der Straße mitbekommen, die anderen ihre Ruhe“, weiß er. Es sei schön, beide Wünsche erfüllen zu können.

Der von Marlene Lipski gestaltete Esel vor dem Haupteingang heißt Lukas. Die Tür zur Hauskapelle werde noch mit einem Porträt des Heiligen versehen, sagt Lause. Doch zunächst einmal bekommt das Haus morgen, am Gedenktag des Namensgebers Lukas, den kirchlichen Segen vom Weihbischof Heinrich Janssen.

Quelle: RP
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