| 00.00 Uhr

Hamminkeln
Stadt ärgert Alleingang des Kreises

Hamminkeln. Hochwasserschutz in Marienthal: Insellösung statt ganzheitlicher Sicht. Auch über die Brücken wurde nicht verhandelt. Von Thomas Hesse

Die Pläne des Kreises Wesel, der für den Hochwasserschutz in Marienthal zuständig, lösen im Hamminkelner Rathaus Verwunderung aus. Das liegt erstens daran, dass kein städtischer Vertreter in den Planungsausschuss des Kreises geladen worden war, als dort die Folgen des Isselhochwassers debattiert und die Hochwasserschutzpläne für Marienthal detailliert genannt wurden. Wie berichtet, sollen diese bis 2019, eher 2020 das Dorf sicherer machen. Doch dies wäre eine Insellösung, die Folgen durch schnelleren und stärkeren Isselfluss abwärts Richtung Wesel oder anderweitige Eingriffe wären nicht berücksichtigt. Jetzt stehen Klärungsgespräche an. Bürgermeister Bernd Romanski, der soeben das Wirtschaftswegekonzept behandelt und die Politik über Brückensanierungen in Marienthal hat beraten lassen, wunderte sich gestern. "Interessant, dass der Kreis sagt, welche Brücken Hamminkeln braucht und welche nicht." Laut den Plänen würden zwei neue Brückenbauwerke nötig, weil der Umflutgraben verlegt werden soll - die dorfdurchfließende Issel würde einen ein Kilometer langen Bypass erhalten. Die alte Klosterbrücke, ohnehin sanierungsbedürftig, würde so unnötig, denn das Wasser würde um den Dorfkern herumfließen.

Das Problem: Marienthal als Baustein des Schutzkonzeptes ist in der Planung anderen Bereichen weit voraus, die Folgen der Umsetzung müssten abgestimmt sein auf die anderen Ortslagen. Wann die dran kommen, weiß niemand. Der Kreis spricht davon, dass die Grundstücksverhandlungen für drei Hektar nötige Fläche - ein 2,7-Millionen-Projekt - angelaufen sind. Finanziert werden soll das über Förderung bis zu 80 Prozent, die Öko-Kriterien beinhaltet. Das mag in Marienthal funktionieren, doch andernorts entlang der Issel sieht das anders aus. Landwirte wollen sich dort die Flächen - die Rede ist von 750 Hektar - nicht nehmen lassen. Deshalb favorisiert Romanski die schnelle Polderlösung für zeitweilige Wasseraufnahme, die weniger Raum benötigt - und trotz geringerer Förderung preiswerter wäre.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hamminkeln: Stadt ärgert Alleingang des Kreises


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.