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Wesel
Stadt versteigert gestohlene Räder

Wesel: Stadt versteigert gestohlene Räder
90 im Keller des Weseler Fundbüros gelagerte Zweiräder werden morgen bei der Versteigerung am Kaufhof aufgerufen. FOTO: BAuch
Wesel. Jährlich werden im Kreis rund 2500 Zweiräder gestohlen. Die, die in Wesel wieder auftauchen, landen bei Polizei oder im Fundbüro. Melden sich die Eigentümer nicht, werden die Räder versteigert. Von Klaus Nikolei

Die kuriosesten Fahrradfunde kann man in Wesel machen: Vor wenigen Tagen etwa haben sich Spaziergänger im Heubergpark über allerlei schlammbeschmierten Unrat gewundert, den irgendjemand aus dem kleinen See gezogen haben muss. Denn ASG-Mitarbeiter waren es nicht, wie ein Anfrage beim städtischen Betrieb ergab. Zu den Fundstücken, die der ASG entsorgt hat, gehörte neben einem Einkaufswagen auch ein Rad - eines von rund 2500 Zweirädern, die im Kreis jährlich geklaut werden.

Das "Schlamm-Rad" hat die RP zum Anlass genommen um herauszufinden, was mit gestohlenen Rädern passiert, die irgendwann wieder auftauchen, und was man tun kann, um Raddieben das Leben zu schwer wie möglich zu machen.

Erste Station ist, wie bei allen Diebstählen, die Polizei. Bei der Kreispolizeibehörde wurden 2016 exakt 2581 Räder als gestohlen registriert. Tendenz: fallend. "2008 hatten wir mal 3900 Fälle", sagt Polizeisprecher Timm Wandel. "Unsere Codieraktionen zeigen Wirkung." Die nächste findet morgen während des Fahrradaktionstages in der Weseler Fußgängerzone zwischen 10 bis 15 Uhr statt. Um Wartezeiten zu vermeiden, bittet Wandel, dass Interessenten ihren Ausweis und Kaufunterlagen mitzubringen.

Um Dieben das Leben so schwer wie möglich zu machen, rät der Polizeisprecher dazu, Räder möglichst mit einem stabilen Schloss zu sichern. "Es muss in der Lage sei, Hinterrad und Rahmen mit einem festen Gegenstand - einer Laterne oder einem Baum - zu verbinden. Dann ist man perfekt aufgestellt." Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Raddieb geschnappt wird, ist gering: Nur etwa 15 Prozent aller Raddiebstahldelikte werden aufgeklärt.

So manches herrenlose Rad wird aber nicht nur bei der Polizei, sondern auch im Fundbüro abgegeben. "Wobei wir den Bürgern raten, doch bitte auch mit der Polizei Kontakt aufzunehmen um zu klären, ob das Rad dort nicht vielleicht als gestohlen gemeldet wurde", erklärt Rathausmitarbeiterin Gaby Croppen.

Bei der Polizei in Wesel eingelagerte Räder, deren rechtmäßige Besitzer sich nicht melden, werden über kurz oder lang abgeholt und für mindestens sechs Monate im Keller des Fundbüros eingelagert - fein säuberlich registriert und mit einer Nummer versehen. Anschließend gehen sie entweder in den Besitz der Finder über, oder kommen "unter den Hammer". So wie morgen beim Fahrradaktionstag ab 11.30 und ab 13.30 Uhr. 90 Räder werden dann versteigert. Das Geld kommt der Stadtkasse zugute. Räder, die Gaby Croppen für die Auktion als "zu schrottig" einstuft, überlässt die Stadt einem "guten Zweck".

Quelle: RP
 
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