| 00.00 Uhr

Wesel
Stadtgeschichte(n) aus der Kindheit in Wesel

Wesel: Stadtgeschichte(n) aus der Kindheit in Wesel
Das erste Nachkriegsrathaus mit seinem signifikanten Turm, ziert das Cover des Buches "Um drei an der Zeche Ewald!". Bis 1945 stand dort die große Mathenakirche, heute ist es der Standort des Kaufhofs. FOTO: RP
Wesel. Richard Wolsing (63) hat in dem Band "Um drei an der Zeche Ewald!" Geschichten und Anekdoten aus den 50er und 60er Jahren zusammengefasst, die nicht nur bei Weselern Erinnerungen wecken. Von Fritz Schubert

"Mord auf der Kreuzstraße", "Im Frack vom Sprungturm", "Treffpunkt Lode", "XY ungelöst im Weseler Willibrordi-Dom": Diese Auswahl von Kapitel-Überschriften weckt bei vielen Weselern unmittelbar Erinnerungen an die 50er bis 70er Jahre. Neubürger und jüngere Semester dürften zumindest neugierig werden. Autor Richard Wolsing baut darauf. Sein Band "Geschichten und Anekdoten aus Wesel. Um drei an der Zeche Ewald!" soll eben alle ansprechen. Auch Nicht-Weseler einer bestimmten Kindheits-Generation werden mit kleinen Freuden wie einem Waffelhörnchen mit Sahne vom Milchmann etwas anfangen können. Parallel wird immer auch ein Stückchen Stadtgeschichte erzählt. Etwas autobiografisch zwar, durch die Brille Wolsings und seiner Ideengeber erzählt, aber authentisch. "Ich wollte nichts Erfundenes schreiben. Das sind alles Dinge, die stattgefunden haben", sagt der 63-Jährige.

Das Kapitel "Im Frack vom Sprungturm" beispielsweise beschreibt Freizeitvergnügen im Feibad am Rhein und die Einweihung des Hallenbades, bei der Bürgermeister Kurt Kräcker 1965 in bester Robe gekonnt aus einem Handstand heraus vom Drei-Meter-Brett einen Kopfsprung zeigte.

"Treffpunkt Lode" spricht gleich mehrere (Schüler-)Generationen an. Schon zu Manni Lodes Zeiten war das Lokal gegenüber der Himmelfahrtkirche beliebt. Von 1978 bis 2015 war es als Café Fehr endgültig Kult. Außerdem werden in dem Kapitel die Gaststätten Quo vadis, Bölting und Union-Eck gewürdigt.

Die im Titel genannte Zeche Ewald hatte natürlich überhaupt nichts mit Bergbau zu tun. Den Namen gab der Volksmund dem Gebäude wegen seines Turms, der einer Förderanlage glich, und wegen Bürgermeister Ewald Fournell. Es war das erste Nachkriegsrathaus, erbaut auf den Trümmern der Mathenakirche. Heute steht dort der Kaufhof.

29 solcher Kapitel folgen dem Vorwort des Autors, der unter anderem als Stadtführer bekannt ist. Vom Engagement des 63-Jährigen profitieren die Feldmarker Georgs-Pfadfinder, die Partnerschaftsvereinigung Wesel-Hagerstown, die Initiative und die Stiftung Historisches Rathaus, der Förderverein des Preußen-Museums und neuerdings auch die Historische Vereinigung. Außerdem ist Wolsing in Duisburg ehrenamtlicher Richter für Wirtschaftsstrafsachen und Vertreter Flürens im Stadtverband der CDU. Kurz: Er lebt Wesel.

Das führte schließlich auch dazu, dass der Verlag Wartberg auf ihn aufmerksam wurde und ihn Ende 2015 ansprach. Das Haus ist unter anderem auf Jahrgangsbände und regionale Reihen spezialisiert. Dass Wesel 2016 Stadtjubiläum feiert, spielte gleichfalls eine Rolle für den Wunsch, einen Band herauszubringen. Er hat das Normalmaß der Wartberg-Reihe von 80 Seiten, ist in einer Auflage von 3000 Exemplaren erschienen und kostet 11,90 Euro. Zu haben ist er bei der Mayerschen Buchhandlung, in der Buchhandlung Korn und in der Stadtinformation am Großen Markt.

Wer jetzt wissen will, was es mit dem "Mord auf der Kreuzstraße" und "XY ungelöst im Weseler Willibrordi-Dom" auf sich hat, der erfährt es vielleicht am Samstag, 29. Oktober, 12 Uhr, bei einer Autorenlesung in der Mayerschen Buchhandlung (Eintritt frei). Oder er besorgt sich das Buch.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wesel: Stadtgeschichte(n) aus der Kindheit in Wesel


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.