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Diamanthochzeit
Seltene: Seit 65 Jahren verheiratet

Wesel. Zu den wenigen Schermbecker Ehepaaren, die eine eiserne Hochzeit feiern können, gehören auch Bruno und Irmgard Bialuschewski, denen Sohn Gerd und die beiden Enkelinnen Lena und Nele heute in der Marellenkämpe 40 herzlich zur 65. Wiederkehr ihres Hochzeitstages gratulieren können. Bruno Bialuschewski und Irmgard Koletzki wurden im selben ostpreußischen Ort geboren, wohnten aber später in zwei verschiedenen Orten, die etwa 14 Kilometer voneinander entfernt waren. Während der Jubilar nach der Schulentlassung den Beruf eines Schornsteinfegers erlernte, war Irmgard Koletzki in verschiedenen Haushalten tätig. Vier Jahre nach der Rückkehr des Jubilars aus der Kriegsgefangenschaft im Jahre 1947 hat es bei der Tauffeier des Cousins Leo im Mai 1951 in einem Bauernhaus gefunkt. Die acht Jahre jüngere Blondine Irmgard gefiel Bruno Bialuschewski sofort. Umso mehr freute er sich, dass die gemeinsame Freundschaft wuchs, zur Liebe wurde und im April 1952 Verlobung gefeiert werden konnte. Am 6. September 1952 wurde in Wuttrienen standesamtlich geheiratet. Die kirchliche Trauung fand drei Tage später in Groß Purden statt.

Das Leben in einer Region, die von den Russen besetzt war, bis hin zur Flucht nach Westdeutschland im Jahr vor dem Mauerbau entpuppt sich in der Rückschau als ein Stück typischer deutscher Geschichte. Die Flucht endete 1960 in Dorsten. 1971 zog das Ehepaar ins eigene Haus in der Schermbecker Marellenkämpe.

Bis zur kommunalen Neuordnung Mitte der 1970er-Jahre war der Jubilar Schornsteinfeger in Holsterhausen, in Erle und in Altschermbeck. Danach war er bis zur Pensionierung im Jahre 1988 als Schornsteinfeger in Gelsenkirchen tätig.

Auf viele gemeinsame Reisen kann das Ehepaar zurückblicken, wobei das Skiifahren ihnen ebenso viel Freude bereitete wie das regelmäßige Sammeln von Pilzen und Blaubeeren in Osttirol. Das gemeinsame Lösen von Kreuzworträtseln gehört noch heute zum täglichen Vergnügen. Nur mittwochs bleibt dazu weniger Zeit, weil der 92-jährige Jubilar dann aufs Fahrrad steigt, um mit dem Fahrradclub der Freunde in der Kolpingsfamilie auf Tour zu gehen.

(hs)
 
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