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Kreis Wesel
Star-Aufgebot beim Sommerton-Festival

Kreis Wesel. Das Kleinod unter den Musikfestivals wartet Ende August mit einem hochkarätigen Programm in Diersfordt auf. Von Thomas Hesse

80 Festival-Pässe sind schon verkauft, ohne dass die Besucher das Programm kennen. Ein Zeichen von Qualitätsdenken, denn die Jazzfreunde aus der Region und darüber hinaus Vertrauen in die Programmmacher um Wilfried Schaus-Sahm. Sie stehen für Originalität und die Fähigkeit, Spitzenmusiker ins beschauliche Diersfordt zu holen. Dazu kommt, dass die Jazzfreunde das Ambiente der Schlosskulisse schätzen. Traditionell am letzten August-Wochenende, diesmal vom 26. bis 28., treten internationale Künstler auf. Sie kommen aus Zypern, Ungarn, Israel, Norwegen, Frankreich, Italien und Deutschland. Gestern wurde das Programm im Beisein der Sponsoren vorgestellt.

Fakt ist: Der hohe Anspruch an die Qualität der Künstler hat Sommerton-Besuchern weit über den Niederrhein hinaus besondere Erlebnisse beschert und das Festival aus der Landschaft der austauschbaren kulturellen Events emporgehoben. Die Philosophie, sich vom Mainstream fernzuhalten und in ländlicher, sommerlicher Atmosphäre frische Klänge zu bieten, bleibe bestehen, so Angelika Patt für das Sommerton-Team. Professioneller Sound und Musiker der obersten Liga gehören zum Anspruch. Das soll nicht elitär klingen, sondern Interesse wecken. Mittlerweile ist der Sommerton auch in der Region erhört worden: 2015 stammten 80 Prozent der Zuhörer aus Wesel und Umgebung, 20 Prozent überregional und international. Zuvor war's umgekehrt.

Das Sommerton-Festival vereint nun Musiker-Größen aus Jazz, Tango, Weltmusik und Klassik, Komposition und Improvisation. Zum Auftakt am Freitag, 26. August, 18.30 Uhr, entführt Michelis Kouloumis mit seinem Quintett auf eine Balkanreise zwischen Tradition und mitreißend improvisierten Melodien. Es folgen Markus Stockhausen - Sohn des berühmten Komponisten Karlheinz Stockhausen - und Ferenc Snetberger aus Ungarn. Sie erweitern den Begriff Improvisation und gestalten spannende Klang-Welten. Das Omer Klein Trio rundet den Auftakt mit Jazz mit Swing, Sound und Improvisation ab.

Der Samstag wird um 18 Uhr vom Rafael Cortes Trio mit lupenreinem Flamenco eröffnet. Mathias Eick aus Norwegen folgt mit seinem Quintett. Sein weicher Trompetensound macht ihn aktuell sehr erfolgreich. Top-Performer ist abschließend Richard Galliano, ein Star zum Greifen nah im Diersfordter Jazz-Zelt, der sonst mit seinen Akkordeon-Ausflügen in renommierten Konzerthäusern begeistert. Sonntag, 28. August, 15 Uhr, ist die Schlosskapelle der besondere Aufführungsort. Jean-Louis Matinier und Marco Ambrosini spielen beim Sonderkonzert auf.

Das alles sei finanziell nicht ohne Sponsoren zu stemmen, wie Sommerton-Finanzchef Michael Patt sagte. Die Eintrittspreise wären sonst doppelt so hoch. Im 100.000-Euro-Etat wird ein knappes Drittel durch Ticketverkäufe refinanziert, den Löwenanteil decken Sponsoren ab. "Anders als beim Jazzfestival in Moers fließt kein Cent Steuergeld in unsere Veranstaltung." Patt blickt schon jetzt zuversichtlich auf 2017. Dann soll eine Auftragskomposition für die NRW-Kulturstiftung eingespielt werden, die Finanzmittel einbringt. Auch ein Blick auf 2018 gibt Hoffnung: Das Sommerton-Festival wird dann wahrscheinlich die Eröffnung der Musik-Biennale sein.

Quelle: RP
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