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Niederrhein
Starker Mitgliederzuwachs beim VdK

Niederrhein. Svenja Weuster (40), neue Geschäftsführerin des VdK-Kreisverbandes am Niederrhein, übernimmt ein gut gehendes Geschäft. Der Sozialverband brummt. Ende Februar betreute er 26.143 Mitglieder in den Kreisen Wesel, Kleve und in Duisburg. Die Zuwachsraten sind beträchtlich, es geht steil bergauf. Im vorigen Jahr kamen 2911 Mitglieder dazu, allein in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres zählt der zweitgrößte Kreisverband in Nordrhein-Westfalen 595 neue Beitragszahler. Von Bernfried Paus

Robert Walter (64), der nach 23 Jahren an der Spitze des Kreisverbandes mit Sitz in Rheinberg nun beim Landesverband noch mal eine neue Führungsaufgabe übernimmt, sieht bei der Mitgliederentwicklung "noch lange keinen Sättigungsgrad" erreicht. Das sei einerseits erfreulich, aber es gebe eine Kehrseite: Es zeige eben auch, dass es vielen Menschen nicht sonderlich gut geht, sie auf Rat und Unterstützung angewiesen seien.

Dabei mache sich die vielfach zitierte Altersarmut erst in zwei, drei Jahren richtig bemerkbar, "wenn die vielen Leute mit großen Lücken in der Erwerbsbiografie in Rente gehen". Vornehmlich Arbeitnehmer mit gesundheitlichen Handicaps suchten vermehrt Rat in Fragen der Erwerbsminderung. Kernthemen der Beratung seien aber weiter Rechtsfragen bei Schwerbehinderung und zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Walter sieht seinen Kreisverband, den er in mehr als zwei Jahrzehnten stark ausgebaut und nachhaltig geprägt hat, personell und räumlich "gut aufgestellt". So falle es ihm schwer, Abschied zu nehmen, um sich seiner neuen Aufgabe zuzuwenden. Beim Landesverband soll er sich um die kleinen Orts- und Kreisverbände kümmern, die ohne professionelle Führung arbeiten und hier "für Kontinuität sorgen".

Svenja Weuster, in Dinslaken geboren und aufgewachsen, weiß auf was sie sich einlässt. Die verheiratete Juristin, Mutter eines Kindes arbeitet seit neun Jahren für den Kreisverband am Niederrhein mit seinen 15 Mitarbeitern.

Vier Anwälte - eine weitere Juristenstelle ist ausgeschrieben - begleiten die Mitglieder von der ersten Beratung im Einzelfall bis zum letzten Urteilsspruch. Das Team stößt in Boomzeiten an Grenzen. Im Schnitt der zurückliegenden Jahre zählte das VdK rund 10.000 Sprechstundenbesuche, bis Mitte Februar waren's bereits wieder rund 1400 - pro Sprechstundentag bis zu 35 Ratsuchende. Die VdK-Anwälte bearbeiten derzeit rund 1450 Akten, es laufen rund 400 Gerichtsverfahren.

"Um den Mitgliedsbeitrag gering zu halten, können wir das Beraterteam nicht grenzenlos anpassen", sagt Landes- und Kreisvorsitzender Horst Vöge. Er bekräftigte, dass der VdK sich bei einem Frauenanteil von 48 Prozent mit Svenja Weuster ganz bewusst für eine Frau an der Spitze entschieden habe. Die 40-Jährige will das, was gut läuft, vor allem die Nähe zu den Mitgliedern, nicht antasten. Potenzial sieht sie bei der Bindung der Mitglieder über den akuten Bedarf hinaus und bei der weiteren Digitalisierung in der Betreuungsarbeit.

Quelle: RP
 
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