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Hamminkeln
Start für Bundeswettbewerb in Loikum

Hamminkeln: Start für Bundeswettbewerb in Loikum
Bürgermeister Bernd Romanski rückte bei seiner Eröffnungsrede das "charmante Dorf" und seine 808 Einwohner in die erste Reihe - insbesondere für ehrenamtliches Engagement, Zusammenhalt und funktionierendes Leben auf allen Ebenen. FOTO: Ekkehart Malz
Hamminkeln. "Unser Dorf hat Zukunft": Der charmante Ort an der Issel zeigte sich gestern Ministeriumsvertretern und Jurymitgliedern von seiner gastlichen Seite. Jetzt geht es um Gold. Denn heute findet die Dorfbegehung statt. Von Thomas Hesse

Donnerndes "Helau" im Juni - das dürften die langjährig erfahrenen 28 Jurymitglieder zum Start des Bundeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" noch nicht erlebt haben. Loikum, Gold-Dorf auf Landesebene und nun eins von 33 Dörfern im Wettbewerb um Bundes-Gold, machte es gestern möglich. Nach mehr oder minder getragenen Reden um die Bedeutung des ländlichen Lebens enterte Putzfrau Swetlana (die karnevalserprobte Ellen Schlütter), die ab sofort zur Golddorf-Managerin befördert ist, mit einem satirischen Beitrag die Bühne.

Sie dachte vorauseilend darüber nach, was international touristisch angesagt ist, wenn Loikum den Sieg geholt hat. Kreuzfahrtschiffe auf der Issel, Wellness im Milchsee, da die Preis für das Lebensmittel gepurzelt sind, der Bürgerbus mit Panoramadach für die Dorftour - Swetlana mit dem eckigen Tonfall machte auch den Gästen aus den Städten Laune mit ländlichem Humor. Ein echter Pluspunkt. Wenn der mitzählen würde, wenn die Jury ihre Arbeit beginnt, wäre es schön. Heute muss sich Loikum wieder positiv verkaufen - bei der Dorfbegehung mit der Bundesjury.

Gestern schon hatten Theo Büning und Irmgard Stenkamp von der Dorfgemeinschaft Loikum bei einer Kurzbegehung gezeigt, wie ansehnlich der Ort ist. Dass man für die Auftaktveranstaltung des 25. Bundeswettbewerbs auserkoren worden war, ist nicht nur eine Ehre für die Loikumer, sondern auch die Möglichkeit, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Bürgermeister Bernd Romanski legte bei seiner Eröffnungsrede nach und rückte das "charmante Dorf" und seine 808 Einwohner in die erste Reihe - insbesondere für ehrenamtliches Engagement, Zusammenhalt, funktionierendes Leben der 19 Vereine, Glasfaser-Versorgung in Eigenregie, das Leuchtturm-Projekt Wärmeverbund und das soziale Leben.

Das selbstbewusste Werben fiel auch Ministerialdirektorin Dr. Katharina Böttcher vom Bundeslandwirtschaftsministerium auf, die Loikum als "würdigen Gastgeber" empfand, aber auch an die große Konkurrenz erinnerte. So werde die Jury 5500 Kilometer zurücklegen und in den verschiedenen Landschaften Deutschlands ganz unterschiedliche Arten von Dörfern erleben. Am 8. Juli wird dann beratschlagt, wer vorne liegt. Sieger ist Loikum schon jetzt - als Auftaktdorf, aber auch als künftiger Besucher bei der Preisverteilung auf der Grünen Woche in Berlin und beim Bundespräsidenten, der Schirmherr des Dorf- Wettbewerbs ist.

Dr. Reinhard Kubat, Vorsitzender der Bewertungskommission, betonte, dass es bei 2500 Dörfern schon ein großer Erfolg sei, auf die Bundesebene vorgerückt zu sein. Man suche den Dreiklang wirtschaftliche Entwicklung und Konzepte, sozialer Zusammenhalt und schonender ökologischer Umgang. Eins ist dem erfahrenen Juror klar: "Es liegt immer an den Zugpferden in den Dörfern, ob sich etwas bewegt." Loikum hat gestern gezeigt, dass persönliches Engagement großgeschrieben wird - von Moderator Thomas Wingerath bis zum Loikumer Blasorchester, von den Landfrauen und ihrem Café bis zur syrischen Flüchtlingsfamilie und ihren arabischen Köstlichkeiten. Und die "volle Hütte an einem Montag", wie Ministeriumsvertreter Peter Hettlich lobte, zeigt allen deutlich: Die Loikumer identifizieren sich mit ihrem Dorf.

Quelle: RP
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