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Wesel
Sterbende sanft in den Tod begleiten

Wesel. Die Kati-Faßbender-Stiftung finanziert wertvolle Hilfe in zwei Weseler Projekt-Seniorenheimen. Es geht um die Begleitung Sterbender und einen innovativen Koordinations-Ansatz. Bald will die Stiftung ihre Aktivitäten ausweiten. Von Thomas Hesse

Die Fachvokabel ist sperrig. Was sich auch immer hinter "palliativ-geriatrischer Pflege und Sorge am Lebensende" konkret verbirgt, wissen Marion Zwanzig und Heike Breumann. Sie sind als Koordinatorinnen der Hospiz-Initiative im St. Lukas-Altenheim in der Feldmark und im Haus Kiek in den Busch (Obrighoven) tätig. Jetzt haben sie von ihrer Arbeit berichtet (siehe Info), gemeinsam mit Hospiz-Leiterin Eva Chiwaeze sowie Heinrich Schnieders und Günter Faßbender von der Kati-Faßbender-Stiftung. Beide sind bekannt in Wesel. Schnieders als früherer Geschäftsführer des Hospitals, Faßbender als ehemaliger Stadtdirektor. Die Stiftung finanziert das innovative Projekt, das Angehörige, Ärzte und Pflegekräfte zusammenbringt, um zu vermeiden, dass Sterbende ins Krankenhaus kommen, sondern in der Einrichtung zu Ende begleitet werden. 70 Menschen seien im vergangenen Jahr in beiden Häusern beim Sterbeprozess begleitet worden.

Gefördert durch Mittel der Kati-Faßbender-Stiftung haben das Evangelische Krankenhaus, das Marien-Hospital und die Hospiz-Initiative eine gemeinsame Projekt-Trägerschaft zur palliativen Versorgung gebildet für alte, meist vielfach erkrankte Menschen, die oft in Senioreneinrichtungen leben und dort sterben wollen. Die Koordinatorinnen arbeiten eng mit den Altenpflegern der Heime zusammen, beraten die Bewohner und ihre Angehörigen, binden Ehrenamtliche bei der Hospizbegleitung mit ein und bieten Fortbildungen für das Personal an. Die Ergebnisse seien ermutigend, hieß es. Denn Krankenhauseinweisungen werden oft vermieden. Die Bewohner können gut versorgt und begleitet in ihrer heimischen Umgebung sterben.

"Stille Arbeit für die Sterbenden", sagt Eva Chiwaeze. Viele Menschen wollten dort sterben, wo sie leben - also nicht im Krankenhaus. Dafür sei vorausschauende Koordination nötig in einer Situation, in der Angehörige und Kranke Orientierung brauchen, aber oft vor komplizierten, kaum durchschaubaren Gegebenheiten stehen. Anders gesagt: "Wir sind Verflechter der Angebote in der Altenpflege."

Eine Arbeit, die hochgeschätzt wird, aber bisher nicht durch die Pflege- und Krankenkassen bezahlt wird, obwohl sie Kosten sparen würde. In Wesel hilft die Kati-Faßbender-Stiftung finanziell. Die Erfahrungen sind positiv, den Koordinatorinnen wird gedankt. Die Stiftung verfügt über 1,97 Millionen Euro Kapital. Jährlich gibt sie 60.000 Euro für die Sterbebegleitung, die beiden Weseler Krankenhäuser zahlen jeweils 15.000 Euro. Demnächst soll das Stiftungskapital kräftig aufgestockt werden, wie der Kuratoriumsvorsitzende Schnieders mitteilte. Damit soll ein weiteres Projekt der Hospiz-Initiative unterstützt werden - als Ergänzung vorhandener Angebote.

Quelle: RP
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