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Wesel
Sternsinger sammeln für Kinder in Bolivien

Wesel. Gut 200 Schüler laufen heute, morgen und am Montag als Heilige Drei Könige durch die Straßen der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Wesel, um den Segen "Christus segne dieses Haus" zu bringen und um Spenden zu bitten. Von Klaus Nikolei

Heute gegen 12 Uhr werden die Besucher des Weseler Wochenmarktes auf dem Großen Markt um Aufmerksamkeit gebeten: Denn auf der Treppe vor dem Historischen Rathaus stimmen zur Mittagszeit gut 30 Sternsinger das Lied "Stern über Bethlehem" an, schreiben auf die gotische Rathaustür mit Kreide die Segensformel "20*C+M+B+16" und bitten anschließend um Spenden.

"Spenden für Kinder in Bolivien, denen es nicht so gut geht", hat Lisa Höppener, Pastoralassistentin in St. Nikolaus, den Sternsingern aus der Innenstadt kürzlich beim Vorbereitungstreffen im Pfarrheim St. Mariä Himmelfahrt erklärt und ihnen dabei den hochinformativen Sternsinger-Film des Kindermissionswerks von und mit Reporter Willi Weitzel ("Willi will's wissen") über das Leben von Kindern in Bolivien gezeigt.

Viele von ihnen sind mit ihren Familien aus ihren ärmlichen Dörfern in die Großstadt gezogen, um ein neues Leben beginnen zu können. Um die Kinder in Tagesstätten und Projekten mit der Kultur ihrer Vorväter vertraut zu machen und sie auf das Leben vorzubereiten, wird das Geld benötigt, das bei der Sternsingeraktion gesammelt wird. Insgesamt gut 200 Schüler werden heute, morgen und am Montag in Vierer-Gruppen in den Straßen der rechtsrheinischen Weseler Stadtteile unterwegs sein und für Bolivien sammeln.

Erstmals mit dabei ist die erst sechsjährige Pauline Hagemann - als eine Art "Schnupperkind". "Ich gehe mit, weil das Spaß macht", sagt Pauline. "Zusammen mit ihrer Schwester Mia", ergänzt Janneke Storm (16), die die Heiligen Drei Könige begleitet und selbst gut sechs Jahre als Sternsingerin aktiv war. Mia ist acht und freut sich auf die Aktion "Das gefällt mir alles so gut."

Janneke Storm setzt Pauline die goldene Krone aus Pappe auf und hilft ihr bei der Anprobe des schmucken Umhangs. "Sieht toll aus", sagt die Schülerin des Andreas-Vesalius-Gymnasiums. Sie wird als Betreuerin nur dann in Aktion treten, wenn Leute Fragen stellen, die Caspar, Melchior und Balthasar nicht beantworten können. "Fast alle Leute sind sehr nett zu uns. Aber natürlich gibt es auch einige, die damit nichts zu tun haben wollen", erzählt Janneke. Alles in allem aber hat ihr die Zeit als Sternsingerin stets Freude bereitet. "Weil es ein gutes Gefühl ist, etwas Gutes für andere zu tun."

Wenn die Weseler so spendabel sind wie im vergangenen Jahr, dann dürften die Sternsinger am Ende dem Kindermissionswerk wieder gut 40.000 Euro überwiesen. So viel Geld kam bei der Aktion Anfang vergangenen Jahres zusammen. Allein in der Innenstadt wurden 7010 Euro gesammelt. Darüber haben sich nicht nur die Sternsinger und ihre Begleiter, sondern auch die im Organisationsteam aktiven Mütter Eva Brömmling, Sandra Schmidt und Sabine Oimann. Und, nicht zu vergessen, Friedel Weidemann, die für das leibliche Wohl der fleißigen Sammler sorgt und, so ist zu hören, "die absolut besten Pommes der Welt macht", wie Sabine Oimann betont.

Übrigens: C, M und B stehen nicht, wie so mancher denken könnte, für Caspar, Melchior und Balthasar, sondern für "Christus Mansionem Benedicat" - Christus segne dieses Haus. Dieser Segen wird, wie gesagt, entweder mit Kreide von den Sternsingern an die Tür geschrieben oder auf Wunsch auch aufgeklebt.

Quelle: RP
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