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Wesel
Sternwallfahrt: Hunderte pilgern zur "Königin des Friedens"

Wesel. Sternförmig aus allen Richtungen strömten am Sonntagmorgen Pilger zur Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt in Ginderich. Anlässlich der zweiten Sternwallfahrt, die so auch zu ihrem Namen kam, waren die Gemeindemitglieder der Katholischen Kirchengemeinde St. Ulrich in den unterschiedlichen Pfarrorten gestartet und hatten sich singend und betend zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg nach Ginderich zum Gnadenbild "Königin des Friedens" gemacht. "Es ist ein ganz beeindruckendes Bild, wenn man von hier vorne aus in die Kirche sieht", begrüßte Pastor Dietmar Heshe aus Alpen die rund 400 Pilger, die sich in der Kirche zur gemeinsamen Messe zusammengefunden hatten.

Pastor Georg Zglinnicki aus Büderich sprach in seiner Predigt unter anderem auch ein ganz aktuelles Thema an - die Situation der Flüchtlinge in Europa. Die Flüchtlingsdebatte ist für ihn eine besonders wichtige Angelegenheit. Denn vor 33 Jahren kam er als Missionar für polnische Flüchtlinge nach Deutschland und begleitete das Leben der Flüchtlinge 12 Jahre lang. "Sind wir finanziell auf den Ansturm von so vielen Menschen vorbereitet? Ich glaube ja, wir können unseren Politikern da vertrauen. Ich stelle eine andere Frage: Sind wir geistig darauf vorbereitet?", so Zglinnicki. Grund für seine diesbezüglichen Zweifel sei, dass der Glaube in unserer Gesellschaft immer mehr abhanden komme. "Heute gehört sogar Mut dazu, sich zu Christus zu bekennen", kritisierte Zglinnicki.

Musikalisch mitgestaltet wurde die Messe mit dem Leitthema "Habt Vertrauen, fürchtet euch nicht!" von der Lüttinger Bläsergruppe und den Kirchenchören der einzelnen Pfarrgemeinden unter der Leitung von Tobias Heinrichs aus Ginderich.

Parallel dazu fand in der Grundschulturnhalle ein Wortgottesdienst für Kinder statt, so dass am Sonntag auch viele Familien ihren Weg nach Ginderich fanden. So auch Anja Schulz aus Menzelen-Ost mit ihrem neunjährigen Sohn Nick. "Wir sind heute hierhergekommen, weil ich meinem Sohn den Glauben vermitteln möchte. Das hat meine Oma früher bei mir getan und ich versuche, das jetzt weiterzugeben. Und gerade wenn speziell Sachen für Kinder angeboten werden, sollte man das auch nutzen", findet Schulz.

Seit 2013 findet die Sternwallfahrt zum ältesten Marienwallfahrtsort am Niederrhein alle zwei Jahre statt. Damals entstand die Idee mit der Verbreitung der Nachricht, dass die verschiedenen ehemalig selbstständigen Pfarrgemeinden nun zu einer einzigen Gemeinde zusammengeschlossen würden. Durch die Sternwallfahrt sollte so ein gemeinsames Band geschaffen und Ginderich als eigener Wallfahrtsort innerhalb der Gemeinde etabliert werden.

(kaw)
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