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Hamminkeln
Steuern mit dem Einzelhandelskonzept

Hamminkeln: Steuern mit dem Einzelhandelskonzept
FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Hamminkeln. Die Nahversorgung im Kern Hamminkeln sowie in Mehrhoog, Brünen und Dingden benötigt jeweils andere Strategien. Immer geht es um Bestandssicherung, manchmal um ungenutzte Potenziale. Das war Thema im Fachausschuss. Von Thomas Hesse

Haushaltsbefragung, Passanteninterviews und das Meinungseinholen direkt bei Geschäftsleuten war Grundlage für das Einzelhandelskonzept, das dem Planungsausschuss präsentiert wurde. Die Ergebnisse - manche Plattitüden, andere relevant, um Lenkungswirkung zu erzielen - werden am 22. Oktober in einer interfraktionellen Gruppe debattiert. Sie sollen so modifiziert werden, dass Bestandssicherung, Neuansiedlungen dort, wo Potenzial besteht, und Verhinderung von Anbietern, wo sie eine Gefahr für bestehende Strukturen darstellen, betrieben werden können.

Gundula Böckenholt von der Kölner GMA Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung hat einen hohen Zufriedenheitsgrad (58 Prozent) bei den Händlern festgestellt, die an der Umfrage teilgenommen haben. Gleichzeitig sehen 28 Prozent positiv in die Zukunft, 23 Prozent negativ, die anderen mit einer gewissen Unsicherheit. "Noch optimistisch" nannte das die Fachfrau, aber in Zeiten wachsenden Onlinehandels gebe es Anlass, sich politisch so aufzustellen, dass die Handelsstandorte entwickelt werden.

Kernort für den Einzelhandel ist und bleibt Hamminkeln, gute Noten gibt es dort fürs Parken und den Angebotsmix. Vor allem hier sieht die Gutachterin Potenzial, so werde ein Drogeriemarkt vermisst. Der soll mit dm in der neuen Mitte kommen, es sei denn die politische Kontroverse zur Bebauung an der Raiffeisen-/Blumenkamper Straße wie im Ausschuss führt zur Blockade. Auch für einen Discounter wie Lidl, heftig in Sachen alter Sportplatz umkämpft, sei durchaus Raum. Die Erweiterung und Modernisierung von Rewe liege ganz im Trend, wenn sie komme.

Im geringeren Ausmaß sieht die Expertin in Dingden Entwicklungsnotwendigkeiten, wobei sie gerne das Umfeld des Rewe-Marktes als Geschäftsbereich stärken will. Aber die gewachsenen dörflichen Wohnstrukturen sprechen eine andere Sprache. Mehrhoog, ebenfalls als Nahversorgungszentrum kategorisiert, gilt als gut versorgt, doch die Anbieter liegen dem Charakter des Dorfes entsprechend weit auseinander. Diese sollten besser verbunden werden. Netto jenseits der B 8 akzeptiert das Gutachten gerade noch, von der Ansiedlung eines weiteren Discounter als Konkurrenz am Rande Mehrhoogs wird abgeraten. Brünen ist insofern nicht alltäglich, als es noch kleine Geschäfte und den Nahversorger K&K gibt. Hier war der Rat, intensiv auf Bestandssicherung zu achten und eine Erweiterung möglich zu machen.

Dazu gibt es Sonderstandorte, die passend zur Bezeichnung eine Sonderrolle spielen. Der Loikumer Rott gehört dazu. Ansiedlungen sollten so gelenkt werden, dass sie nicht mit "zentrenrelevanten Kernsortimenten" den Bestand in der Ortsmitte gefährden. Das lässt sich mit Konzept steuern. Wenn die Planer das Randsortiment im Blick halten. Damit werde gerne Kaufkraft abgezogen, auf den vorgeschriebenen Zehn-Prozent-Anteil müsse strikt geachtet werden.

Apropos Kaufkraft: Die Stadt hat 146,8 Millionen Euro Einzelhandelspotenzial, Geld von außerhalb fließt in die Stadt durch Bau- und Gartencenter. Nur hier hat die Zentralitätskennziffer mit 112 einen Ausreißer nach oben. Heißt: Bei 100 bleibt Hamminkelns Kaufkraft voll am Ort. Was darüber liegt, bringen auswärtige Kunden.

Quelle: RP
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