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Wesel
Stillstand an der Betuwe - Erörterung geht im Frühjahr weiter

Wesel. Es kam, wie es kommen musste: An der Betuwe herrscht seit gestern Abend Stillstand. Der Erörterungstermin im Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der Bahnlinie auf Weseler Gebiet kam mit den angesetzten vier Tagen nicht aus. Die federführende Bezirksregierung Düsseldorf wird eine Fortsetzung planen müssen. Nach RP-Informationen ist davon auszugehen, dass es frühestens im März weitergeht. Es könne aber auch Mai werden, hieß es. Wesentliche Themenfelder für Anlieger (Grundstücke, Entschädigungen etc.) sowie die für die Allgemeinheit wichtige Forderung nach einem deutlich besseren Sicherheitskonzept, etwa für Unfälle mit Gefahrgütern, konnten schon nicht mehr behandelt werden. Von Fritz Schubert

Hinter den für die Öffentlichkeit verschlossenen Türen der Niederrheinhalle ging es gestern zwar emotional gedämpfter zu als zuletzt, aber nicht weniger hartnäckig, teils auch mit Tränen angesichts empfundener Ohnmacht gegenüber der weiterhin alles von oben herab ablehnenden Bahn. Das Thema Erschütterungen samt Messmethoden sorgte weiter für Ärger.

Unter anderem wurden von Einwendern Vorwürfe erhoben, dass an Messtagen weniger (Güter-)Züge und beispielsweise der ICE statt mit 200 nur mit 85 km/h vorbeigerollt wären. Somit stand die Beweissicherung infrage. Bahnvertreter erläuterten, man mache eine Menge, um Erschütterungen zu verringern. Bürger kritisierten indes, es werde nur etwas getan, um innerhalb der durch den Ausbau erlaubten Mehrbelastung von 25 Prozent zu bleiben, was unterm Strich natürlich eine Verschlechterung des Ist-Zustandes sei. Während Bürger weitere Messungen und Kontrollen forderten, kam auch der Gutachter der Bahn unter Beschuss. Der hatte an einer Stelle eingeräumt, Bewohner nicht erreicht und deshalb ein anderes Gebäude gemessen zu haben. Unter anderem forderte die Bauverein Wesel AG eine Beweissicherung für ihre Gebäude. Gert Bork von der Bürgerinitiative erfuhr auf Nachfragen, dass in puncto Bodenbeschaffenheit für alle erdnahen Messungen die gleiche Geologie angenommen wurde. Rufe nach einer Überprüfung der Gutachten sowie nach neutralen neuen Sachverständigen wurden laut. Moniert wurde auch, dass trotz eingebauter Stegdämpfer Erschütterungen zugenommen hätten. Zur Erklärung hieß es, dass vielleicht andere Schwellen eingebaut worden seien.

Unterdessen scheint sich nach RP-Informationen nach Blumenkamp/Feldmark (RP berichtete) auch ein Lärmschutz-Lückenschluss für den Blaufuß anzudeuten. Für Fusternberg/Lippedorf - wegen der scheppernden alten Lippebrücke - stehen solche Signale noch aus. Nichts zu sehen und zu hören war zur Erörterung übrigens von Bundespolitikern. Bisher jedenfalls. Fortsetzung im Wahljahr.

Quelle: RP
 
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