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Michael Rüscher
"Stirbt der Handel, stirbt die Innenstadt"

Wesel. Die Niederrheinische IHK will verstärkt auf die Bedeutung des Handels, der Gastronomie und der Dienstleister in den Zentren hinweisen und lädt zusammen mit zahlreichen Werbegemeinschaften für Freitag und Samstag zum "Heimatshoppen" ein.

Kreis Wesel Die Bedeutung des Einzelhandels für eine Stadt beziehungsweise für eine Gemeinde wird vielfach unterschätzt. Dabei dürfte jedem klar sein, dass leere Ladenlokale und triste Einkaufsstraßen dem Image einer Stadt schaden und sich dies negativ auf das Lebensgefühl und die Immobilienpreise auswirkt.

Um einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen, wie wichtig der Handel, aber auch die Gastronomie und die Dienstleister in den Zentren sind, startet unter anderem die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer am Wochenende zum zweitem Mal die Image-Kampagne "Heimatshoppen". Freitag und Samstag, 9. und 10. September, finden unter anderem in Wesel, Hamminkeln, Schermbeck und Hünxe von den Werbegemeinschaften organisierte Aktionen statt. Darauf weist IHK-Geschäftsführer Michael Rüscher hin.

Gehen Sie am Freitag oder Samstag selbst in der "Heimat shoppen"?

Rüscher Wir haben zwei kleine Kinder. Da ist man froh, wenn man nicht einkaufen gehen muss. Ich nutze lieber die Mittagspause und gehe hier in Duisburg shoppen. Das werde ich sicher auch am Freitag zu den Aktionstagen machen.

Wie halten Sie es persönlich mit dem Online-Einkauf? Der bereitet dem Einzelhandel große Probleme.

Rüscher Ich kaufe gelegentlich auch online ein, so wie die meisten Deutschen. Der Kunde möchte eben auch bequem von zu Hause einkaufen. Das wollen wir ihm auch gar nicht ausreden, sondern informieren, wie wichtig der Handel vor Ort für die eigene Lebensqualität ist. Denn eines muss klar werden: Der Handel ist der Motor der Innenstädte. Stirbt der Handel, stirbt auch die Innenstadt. Übrigens sei an dieser Stelle gesagt: Der Handel ist in NRW der zweitgrößte Arbeitgeber und jeder Händler hat im vergangenen Jahr durchschnittlich 1900 Euro an Vereine und Institutionen gespendet.

Wie unterstützt die IHK die Händler bei der Image-Kampagne?

Rüscher Wir stellen allen teilnehmenden Werbegemeinschaften unser Rahmenpaket zur Verfügung. Das bedeutet, dass wir rund 100.000 "Ich bin Heimat Shopper"-Papiertüten inklusive Infoflyer an die Händler verteilen. Dazu kommen Plakate und Einkaufswagenchips, die die Sparkassen sponsern. Ansonsten sind die Kaufleute in den Städten und Gemeinden aufgefordert, mit eigenen Aktionen auf sich aufmerksam zu machen.

Was sind das für Aktionen?

rüscher Ich weiß beispielsweise, dass in Wesel der Citymanager Passanten nach ihrer Meinung fragt. In Schermbeck gibt es Freitagabend ein Late-Night-Shopping bis 22 Uhr, bei dem auch der Gutschein der Werbegemeinschaft vorgestellt wird. In Hünxe gibt es Rabattaktionen, teilweise kleine Geschenke. Und in Brünen sind Kunden am Samstag von 8 bis 12 Uhr zum Bauernmarkt-Frühstück eingeladen. Es lohnt sich aus meiner Sicht auf jeden Fall, Freitag und Samstag in der eigenen Stadt oder der eigenen Gemeinde einkaufen zu gehen.

KLAUS NIKOLEI FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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