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Niederrhein
Stolz auf das bisher Geleistete

Niederrhein. Im gut gefüllten Audimax fand die erste "Akademische Jahresfeier" der Hochschule Rhein-Waal statt. In deren Rahmen kamen die zum Teil ungewöhnlichen Projekte der Studierenden zur Sprache. Die Besucher hörten aufmerksam zu. Von Matthias Grass

Es war mehr Rückblick als Ausblick, den Heide Naderer als Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) bei der ersten "Akademischen Jahresfeier" ihrer Hochschule gab. Sie könne stolz auf ihre Hochschule sein, sagte Naderer. Stolz auf die Bananen, die am neblig-trüben Niederrhein gedeihen und auf die landwirtschaftlichen Projekte, die sich mit der Dritten Welt auseinandersetzen. Stolz auf Drohnen, die die Felder des Niederrheins untersuchen, auf Marzipan, das die 3-D-Drucker in ungeahnte Formen setzen, auf einen umweltfreundlichen Abwasch. Stolz auf brandenburgische Quitten, die einen hervorragenden Schnaps abgeben, und nicht zuletzt auf U-Boote, die der Natur abgeschaut durchs Wasser streifen.

Das alles sind Projekte an den Standorten Kleve und Kamp-Lintfort, die den Namen ihrer Hochschule in der Vergangenheit nach draußen getragen haben und die auf weitere Projekte neugierig machen, die von den Lehrenden und Studierenden dieser Hochschule angestoßen und umgesetzt werden.

Wer einen konkreten Ausblick erwartet hatte, wie Naderer angesichts sinkender Studentenzahlen die junge Hochschule für die Zukunft fit machen will, wurde eher enttäuscht. Naderer sprach allgemein von der Essenz der Hochschule, von der Freiheit von Lehre und Forschung, eben von jener Essenz, "die unsere Welt im Inneren zusammenhält" (wie sie geradezu faustisch sagte). Mit Blick auf die forschenden Fachhochschulen wie die HSRW fügte sie an: "Wir sind näher dran und anwendungsorientierter als die forschenden Universitäten".

Ein Statement, das sich auch bewusst an das Publikum wandte - die Freunde und Förderer der Hochschule, die Wirtschaft, die im gut gefüllten Audimax saßen. So sei man intensiv bei der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort dabei und wolle auch das dortige 3-D-Zentrum weiter ausbauen, wolle künftig die Niederrhein-Gründungsinitiative stärken. Wichtig sei ihr, dass ihre Studenten in internationalen Projekten beteiligt sein. Und man wolle der "Dritten Mission" folgen: auf die gesellschaftlichen Erwartungen an Hochschule achten und regionale Aktivitäten unterstützen.

"Diese noch junge Hochschule ist ein zentraler Faktor und ein Motor für den unteren Niederrhein - wir wollen die Hochschule weiter in Wirtschaft und Gesellschaft verankern", sagte Burkhard Landers. Der Präsident der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer (IHK) Duisburg-Wesel-Kleve mit Sitz in Duisburg hielt das Grußwort anstelle von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. Die müsse wohl auf einen wichtigen, aber bestimmt viel langweiligeren Termin, kommentierte das Ludger Kazmierczak, der den Abend launig moderierte: Ging's doch aus den Tiefen des Krypto-Kellers der Mathematiker in Kamp-Lintfort hinauf zu Hopfen, Banane und vorzüglichem Birnenschnaps bis zur musikalischen Entdeckung des Abends: dem Studenten-Duo Naiomi Glanville (Gesang) und Neville Mukhululi Mchina (Piano).

Für den Fotowettbewerb "This is Us!", in dem die Studenten ganz persönlich sich und ihre Hochschule nachzeichnen, wurden vom Förderverein der HSRW Vincent To, Teresa Joeken und Patrick Karbonik sowie Amina Falah ausgezeichnet, der Zonta-Preis ging an Isabell Husterer und der Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes an Aislinn Beaulé. Die Lehrpreise bekamen die Profs John H. Dingfelder Stone (Rechtswissenschaft) und Frank Zimmer (Informatik).

Quelle: RP
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