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Wesel
Streit um zwei zeitgleiche Oktoberfeste

Wesel: Streit um zwei zeitgleiche Oktoberfeste
Jörg Bluhm wird sein Fest feiern. Aber nicht auf dem Kornmarkt. FOTO: Malz
Wesel. SPD, CDU und Stadt verweigern Kornmarkt-Wirt Jörg Bluhm ("Blühmi") Genehmigung, Ende September auf dem Kornmarkt 25-jähriges Bestehen zu feiern. Grund: zu große Konkurrenz für das Oktoberfest der Weseler Schützen. Von Klaus Nikolei

Ein altbekanntes Sprichwort sagt: "Konkurrenz belebt das Geschäft." Doch an der Richtigkeit dieses Aphorismus' haben in Wesel die Fraktionschefs von SPD, CDU sowie die Stadt ihre Zweifel. Dem Wunsch von Kornmarkt-Wirt Jörg Bluhm ("Blühmi am Kornmarkt"), vom 23. bis 25. September auf dem Kornmarkt in einem transparenten Großzelt sein 25-jähriges Kneipenjubiläum zu feiern, haben Ludger Hovest (SPD), Jürgen Linz (CDU) und Ordnungsdezernent Klaus Schütz eine Absage erteilt. Und zwar mit der Begründung, dass am gleichen Wochenende das 5. Oktoberfest der drei Weseler Schützenvereine Vorm Brüner Tor, Lackhausen und Vorm Clever Tor im Festzelt an der Rheinpromenade stattfindet. Die Furcht der Politik ist groß, dass die Blühmi-Party so viele Gäste lockt, dass die eigens gegründete "Weseler Schützenvereine-Gesellschaft bürgerlichen Rechts" (GbR) am Ende auf zu vielen Eintrittskarten sitzenbleibt. Doch nicht die Jubiläumsparty an sich ist den Fraktionsvorsitzenden ein Dorn im Auge, sondern die Musikgruppe, die Jörg Bluhm schon Anfang des Jahres fest gebucht hat: Es ist die bayerische Band S.O.S., die seit Jahren beim Xantener Oktoberfest für beste Stimmung sorgt. Der Bitte der Politiker, das Jubiläumsfest doch einfach zu verlegen, konnte Jörg Bluhm aus terminlichen Gründen nicht nachkommen.

Dass Hovest und Linz im Zusammenspiel mit dem Ordnungsamt Jörg Bluhm Steine in den Weg legen, hat den Hintergrund, dass man den Schützen vor Jahren das Versprechen gegeben hat, zeitgleich keine Konkurrenzveranstaltung zuzulassen. "Zwei Highlights mit fast gleichem Publikum an einem Wochenende im öffentlichen Raum, das will die Politik nicht", so Hovest.

Was die handelnden Personen im aktuellen Fall allerdings nicht bedacht haben: Jörg Bluhm wird sich von seinem Vorhaben nicht abbringen lassen, zumal er ja mit S.O.S. einen gültigen Vertrag unterzeichnet hat. Um zu verhindern, mit Politik und Verwaltung in nächster Zeit in Berührung zu kommen, wird er seine Jubiläumsfeier einfach nicht auf Weseler Grund und Boden ausrichten, wie er gestern im Gespräch mit der RP erklärt hat, aber nicht in die Details ging.

Zu den Verlierern der ganzen Geschichte gehören aber nicht nur Stadt, SPD, CDU und die Schützen, sondern letztlich auch der Stadtsportbund. Denn der hatte mit Jörg Bluhm ein Konzept erstellt, wie man gemeinsam das transparente und größtenteils von Bluhm finanzierte Zelt auf dem Kornmarkt im Rahmen des 775-jährigen Stadtjubiläums für einige Tage gemeinsam nutzen könnte. Stichwort: Gesundheitstag am 1. Oktober. Das Konzept war übrigens zunächst von allen Fraktionsvorsitzenden begeistert aufgenommen worden, bis Hovest Wind davon bekam, dass ausgerechnet eine Oktoberfestband beim Kornmarkt-Jubiläum spielen sollte und Bluhm deren Namen in einem Gespräch preisgegeben hatte.

Weil der Stadtsportverband die Kosten für das Zelt nicht alleine hätte stemmen können, hatte Jürgen Linz seinerzeit sogar Gespräche mit der Niederrheinischen Sparkasse Rhein-Lippe geführt, so dass diese aus ihrem Sponsoring-Etat einige Tausend Euro zur Verfügung stellt. Doch letztlich reicht die Summe nicht, um das ursprünglich ins Auge gefasste Zelt zu bestellen. Nun wird's eine Nummer kleiner.

Quelle: RP
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