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Schermbeck
Strom-Museum im Trafohaus

Schermbeck. Zum symbolischen Preis von einem Euro verkaufte RWE das Umspannhaus am Elsenberg in Damm. Neuer Besitzer ist der Turmverein, der im Innern des Trafohauses – im kleinsten Strom-Museum Deutschlands – eine Schau plant. Von Julia Nakötter

Bevor Ernst-Hermann Göbel, Vorsitzender des Dammer Turmvereins, den Schlüssel für das alte Trafohäuschen am Elsenberg in Empfang nehmen konnte, mussten noch die "Schulden" bezahlt werden. "Denn der Dammer Turmverein zahlt pünktlich seine Rechnungen", scherzte Göbel, bevor er Martin Daude vom RWE-Regionalzentrum Niederrhein symbolisch einen Euro überreichte.

"Heute geht's los", sagte der Vereinschef nach der Schlüsselübergabe. "Unser Ziel ist es, in dem historischen Trafohäuschen das kleinste Strom-Museum Deutschlands einzurichten." Den ersten alten Toaster gab's gestern als Geschenk. Bügeleisen, Grammofone und weitere "Strom-Unikate" sollen folgen.

Mit Erdkabeln versorgt

"Die Anforderungen an das Leitungsnetz sind gestiegen, so dass wir alte Umspannhäuser wie diese Turmstation hier stillgelegt und an anderer Stelle durch eine moderne Kompaktstation ersetzt haben", erklärt RWE-Mitarbeiter Martin Daude. Gleichzeitig wurden Abschnitte von Damm mit Erdkabeln versorgt; der alte Trafo aus dem Turm am Elsenberg entfernt. Zwei Jahre dauerten die Gespräche zwischen Stromkonzern und engagierten Bürgern. "Bis zur Gründung des Turmvereins hat's lange gedauert", sagt Vereinschef Ernst-Hermann Göbel.

Ein Versuch, den Schützenverein zur Pflege des Trafohäuschen zu bewegen, scheiterte während einer Versammlung 2007. Eine private Gruppe, die später den Turmverein gründete, hat schließlich die Aufgabe übernommen und nun das ehemalige Umspannhaus erworben.

"Die Gemeinde kann stolz darauf sein, dass es engagierte Bürger gibt, die solche Markierungspunkte für die folgenden Generationen erhalten", lobte Vize-Bürgermeister Engelbert Bikowski. Das Trafohaus sei neben der alten Schule – dem ersten Stromabnehmer – ein wichtiger Bezugspunkt im und für den Ort. So begrüßt von der Turmstation der ungehörnte Ochse (Wappentier des Schützenvereins) die Besucher.

Knapp 30 Mitglieder sind derzeit im Turmverein aktiv. "Wir stehen in Kontakt mit dem RWE-Strom-Museum in Recklinghausen und planen eine Wanderausstellung zur Strom-Historie", berichtet Ernst-Hermann Göbel. So ist im Innern des Trafohäuschens noch die komplette Technik – bis auf den Trafo – sichtbar. "Wir wollen vor allem die Jugend einbinden. Und haben daher Kontakte zum Dammer Jugendhaus geknüpft." Und: Es gibt Pläne für ein Turmbräu und einen Turmkäse (siehe Info).

Quelle: RP
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