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Wesel
Strom: Stadt schreibt neu aus
Wesel. Wesel hat die europaweite Lieferantensuche für Strom aus erneuerbaren Energien gestartet. Von Fritz Schubert

Die Stadtverwaltung hat den Auftrag zur Stromversorgung europaweit ausgeschrieben. Das Verfahren dauert bis zum 4. September, 11 Uhr – eine extra gewollte verkürzte Frist, die durch den bereits im Januar frühzeitig angemeldeten Ablauf möglich wurde. Erstmals verlangt Wesel von den Anbietern komplett sauberen Strom aus erneuerbaren Energien. Und erstmals wurde die gesamte Stromlieferung für alle städtischen Immobilien, die Straßenbeleuchtung und die Ampelanlagen auf einen Schlag ausgeschrieben. Bisher wurden die Aufträge getrennt vergeben. Das Gesamtvolumen – hochgerechnet nach Verbrauchsergebnissen von 2011 – beträgt 3,126 Millionen Euro. Es geht dabei um Stromlieferungen für die Jahre 2014 bis 2016 mit einer Verlängerungsoption bis 2017.

Anita Timmreck vom Gebäudeservice im Rathaus, die die Ausschreibung auf den Weg brachte, sagte gestern auf Anfrage der RP, dass man auf das Ergebnis gespannt sei. Es geht um eine Liefermenge von 5,6 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Das Gesamtvolumen von 3,126 Millionen Euro, so Timmreck, sei ein geschätzter Wert.

Der Stromauftrag umfasst drei Lose: Für die städtischen Gebäude liegt der Auftragswert bisher bei 2,022 Millionen Euro. Enthalten sind neben den Verwaltungsgebäuden, Kindergärten und Schulen auch historische Bauten wie die Zitadelle und das Berliner Tor sowie einige Mietwohnungen. Für die Straßenbeleuchtung wird in einer Kategorie von 998 000 Euro kalkuliert, für den Betrieb der Ampeln sind es etwa 106 000 Euro. Das summierte sich zu einem Betrag weit über der europaweit geltenden Ausschreibungsgrenze von 200 000 Euro.

Das Thema Europa-Ausschreibung hatte beim Stromauftrag für den Zeitraum ab Januar 2011 politisch für einen Riesenärger gesorgt. Damals holten sich die Stadtwerke Dachau (Bayern) den niederrheinischen Stromlieferungsauftrag. Sie verkaufen Energie an die Stadt Wesel aber nur für die Gebäude. Die heimischen Stadtwerke geben Strom für die Straßenbeleuchtung, RWE für die Ampeln. Jetzt wird en bloc ausgeschrieben, um günstigere Preise zu erzielen. Aber: Dabei kann es durchaus sein, dass unterschiedliche Lieferanten für die verschiedenen Lose zum Zuge kommen.

Bei den Ergebnisprognosen ist die Stadt sehr vorsichtig. Die Ausschreibung kann seit Freitag im Internet auf den Vergabeplattformen eingesehen werden. Noch ist kein Anbieter auf den Plan getreten. Denn die umfangreiche Unterlagen dazu müssen erst für 38 Euro bei der Stadt angefordert werden. Das sei so üblich, sagte Fachbereichsleiterin Anita Timmreck.

Quelle: RP
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