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Wesel
Sturzprävention im eigenen Parcours

Wesel: Sturzprävention im eigenen Parcours
Arbeit im neuen Sturzparcours: Ursula Wohlrabe leistet dem Patienten Hilfestellung, damit dieser den kleinen Steg sicher überqueren kann. FOTO: Malz
Wesel. Das Evangelische Krankenhaus hat für Patienten mit Gehstörungen einen überdachten Sturzparcours errichtet. Von Michael Elsing

Ursula Wohlrabe, Physiotherapeutin am Evangelischen Krankenhaus (EVK) in Wesel, hält ihren Patienten an der Schulter fest, gibt ihm so Halt, während dieser, mit einer Hand am Geländer, einen kleinen Steg überwindet. Der Steg ist nur eine der Stationen des neuen Sturzparcours, der im Park des Krankenhauses installiert wurde. Gut geschützt unter einem Dach, können stationäre und ambulante Patienten mit Gehstörungen hier - unabhängig vom Wetter - zur Sturzprophylaxe trainieren. Dr. Winfried Neukäther, Chefarzt der Neurologie am EVK, ist froh, dass diese Möglichkeit der Sturzprävention nun vorhanden ist. Und er erklärt auch, warum das so wichtig ist. "Wir haben zunehmend Patienten mit Gehstörungen. Ist man erst einmal gestürzt, kann das oft zum Teufelskreis werden, weil die Betroffenen sich unsicher fühlen, sich weniger belasten, weniger bewegen. Der Parcours hilft ihnen dabei, ihre Mobilität wiederzuerlangen", sagt Dr. Neukäther.

Alltagsrelevante Situationen werden in dem Parcours nachgestellt. Das kann der erwähnte Steg sein, aber auch eine Treppe oder eine etwa zehn Meter lange Strecke, bei der sich der Patient auf unterschiedlichen Untergründen (Sand, Kiesel, Holzspäne) bewegen muss. "Das Ziel ist, weitere Stürze zu vermeiden. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass gerade ältere Menschen Stürze, bei denen es zu Knochenbrüchen kommt, nicht so leicht wegstecken. Manchmal sind sie danach auch deutlich verwirrter", erklärt Dr. Neukäther, der als Mitinitiator des 35.000 Euro teuren Projekts, das von der Firma Lankes "nach unseren Vorstellungen" umgesetzt wurde, gilt. Finanziert wurde es durch den jährlich stattfindenden, von der Selbsthilfe Schlaganfall organisierten "Neurolauf", den Fördervereinen des Evangelischen Krankenhauses und vom Krankenhaus selbst.

Der Parcours soll ein erster großer Baustein sein, sich mit dem Thema Sturzprävention noch mehr auseinanderzusetzen. In einem zweiten Schritt will das EVK gemeinsam mit dem Seniorenheim "Haus Kiek in den Busch" und dem Visalis Therapiezentrum drei Parallel-Tandems, auch unter dem Namen "Fun2Go" bekannt, anschaffen. Auf diesem Elektro-Dreirad können zwei Personen, nebeneinander sitzend, fahren.

"Das ist vor allem als Training für die Muskeln und Gelenke sehr gut geeignet. Und mehr Mobilität bedeutet auch mehr Lebensqualität", so Dr. Neukäther. Die etwa 8700 Euro teuren Fahrräder sollen zunächst ausschließlich vor Ort eingesetzt werden. Es gibt aber auch schon Überlegungen, die Räder zu verleihen, damit Angehörige mit Patienten eine Fahrradtour unternehmen können. Auch ein spezielles Rollator-Training soll im Evangelischen Krankenhaus künftig verstärkt stattfinden.

Quelle: RP
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