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Hamminkeln
Suche nach Schläger-Gruppe geht weiter

Hamminkeln. Selbst gestürzt oder überfallen worden? Diese Frage stand am Sonntag im Fall des schwer verletzten Afghanen im Raum (RP berichtete). Die Polizei sucht jetzt Zeugen für den Vorgang und schildert diesen so: "Am Samstag gegen 3.45 Uhr schlugen mehrere Unbekannte auf einen 27-jährigen Zuwanderer aus Afghanistan auf dem Radweg der Mehrhooger Straße ein. Die Personengruppe war mit Fahrrädern aus Richtung Mehrhoog in Richtung Hamminkeln unterwegs gewesen. Der 27-Jährige, den die Täter mit Fäusten attackierten, verletzte sich hierbei schwer."

Das Opfer war ebenfalls mit dem Rad unterwegs und soll ohne Anlass von der entgegenkommenden Gruppe verprügelt worden sein. Es zog sich ein gebrochenes Nasenbein und Prellungen im Rückenbereich zu. Wer etwas beobachtet hat oder weiß, wo in Mehrhoog am Samstagabend eine größere Feier stattgefunden hat, wird gebeten, sich bei der Polizei in Hamminkeln unter der Rufnummer 02852 966100 zu melden.

Wie berichtet, hatte eine Facebook-Gruppe Sonntag zu einer spontanen Demonstration gegen Rassismus aufgerufen. Michael Möllenbeck, Vorsitzender der SPD Mehrhoog, kennt das Opfer, das die Flüchtlingshilfe schon als Dolmetscher unterstützte. Bei der Demonstration war von einer wachsenden Zahl von Angriffen gegen Flüchtlinge in Mehrhoog die Rede, ärgert sich Möllenbeck. Davon könne keine Rede sein; seit April sei ein Fall zur Anzeige gekommen. Möllenbeck räumt ein, "dass wir hier ein rechtes Problem haben." Aber das betreffe vielleicht eine Handvoll Menschen und spiegele keinesfalls die Einstellung der Mehrheit. Im Gegenzug gebe es in Mehrhoog eine außergewöhnlich aktive Flüchtlingshilfe. Die Polizei schließt übrigens einen rechtsradikalen Hintergrund aus. "Sonst hätte der Staatsschutz den Fall übernommen", sagte Polizeihauptkommissarin Andrea Margraf.

(fws/kui)
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