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Schermbeck
Syrer malt Bilder für den Frieden

Schermbeck. Der syrische Künstler Adib Khalil stellt 40 Kunstwerke im Café Lühlerheide aus. Von Helmut Scheffler

"Bilder für den Frieden" heißt eine Ausstellung, die jetzt im Obergeschoss des Cafés Lühlerheide auf dem Gelände der Stiftung Lühlerheim im Schermbecker Ortsteil Weselerwald eröffnet wurde. Bis zum 6. August haben Besucher samstags und sonntags Gelegenheit, in der Zeit zwischen 14 und 18 Uhr rund 40 Bilder zu betrachten, die der syrische Künstler Adib Khalil gemalt hat.

Adib Khalil schloss 1986 ein Studium der Agroökonomie ab und 1990 ein Kunststudium an der Universität von Hama. Der ersten Ausstellung 1982 folgten regelmäßig weitere Ausstellungen in seiner Heimat.

Kriegsbedingt stellte Adib Khalil seine künstlerische Arbeit fünf Jahre lang ein. Erst während und nach der Flucht vor den Schrecken von Bomben und Terror begann er in der Enge der Erstaufnahmeeinrichtung mit der Malerei. Da ihm in der Anfangszeit Malutensilien fehlten, begann er mit Filzstiften und Kreide, die er von Kindern erhielt, Feldsteine zu bemalen. Einige dieser bemalten Steine liegen auf dem Boden eines der jetzigen Ausstellungsräume. "Diese Porträts habe ich mit Kaffee gemalt", zeigte Adib Khalil auf Bilder, deren dunkle Farbe zu den traurigen Gesichtern passten.

Derzeit lebt Adi Khalil in Kerken am linken Niederrhein. Dort lernte er im Jugendgästehaus "Quelle" während einer Jugendleiterschulung 15- bis 18-jährige Jugendliche aus dem Kirchenkreis Wesel kennen, mit denen er eine Malaktion gestaltete und dabei auch von seinem Leben in Syrien, seiner Flucht und seinem Neustart am Niederrhein erzählte.

"Die Jugendlichen waren sehr beeindruckt", erinnert sich der Schermbecker Jugendleiter Patrick Bönki. Zusammen mit Michaela Leyendecker, der synodalen Jugendreferentin des Kirchenkreises Wesel beschloss er, Adi Khalils Bilder im Kirchenkreis Wesel zu zeigen. Dabei fand er offene Ohren bei Theo Lemken, dem Geschäftsführer der Stiftung Lühlerheim, dem Bönki während der Eröffnung ebenso dankte wie seiner Frau Dorothee und seinem Sohn Elias, die bei der Vorbereitung der Ausstellung halfen. Bönkis Dank galt auch mehreren Jugendlichen, die während der Öffnungszeiten als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Beim Rundgang während der Vernissage fiel auf, dass der größte Teil der Bilder kleiner ist als ein DIN-A-3-Format. So passten sie leicht in einen Koffer, wenn wieder ein Umzug in ein anderes Wohnheim anstand.

Die jetzt ausgestellten Bilder sind alle in den Jahren 2015 und 2016 entstanden. Einige dieser Bilder sind Erinnerungen an die syrische Kultur, viele andere haben mit seiner Flucht über das Mittelmeer zu tun. In englischer und syrischer Sprache ist die Forderung, Abstand vom Krieg zu nehmen, expressis verbis enthalten. In den Porträts überwiegen Traurigkeit und Entsetzen. Die Mimik der Personen lässt erahnen, wie viel traurige Begebenheiten sie wohl schon erlebt haben.

Quelle: RP
 
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