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Wesel
"Taktlos:" Blumenkamper empört über Brief der Stadt

Wesel. Hauseigentümer wegen Kanaleinleitung unter Lupe.

Während in Blumenkamp etliche Hauseigentümer noch mit den Folgen nasser Keller kämpften, flatterte ihnen gestern ein irritierendes Schreiben der Stadt ins Haus: Der Fachbereich Finanzen weist sie darauf hin, dass sie Regenwasser versickern müssen und nicht in den Kanal einleiten dürfen. Bis zum 24. Juni sollen sie Stellung nehmen, unter anderem ihr monatliches Netto-Einkommen angeben.

Zu den Angeschriebenen zählen Friedrich Eifert (FDP) vom Wacholderweg und Harald Schwyrz (früher UWW, später FWG) vom Lorbeerweg. Eifert spricht gerade angesichts der jüngsten Fluten von Takt- und Instinktlosigkeit. Der Vorgang sei zudem dilettantisch angepackt, denn er könne nachweisen, dass er versickere. Schwyrz hält den Kanal für marode und dessen Funktionalität für einen Teil der Daseinsvorsorge. Für seine versiegelten Flächen habe er eine Baugenehmigung. Zudem verstoße die Verdienstabfrage gegen das Steuergeheimnis.

Die Stadtwerke kontrollierten vor Jahren die Versickerungspflicht in Blumenkamp. Laut Peter Bootz war man beim Versorger gestern auch überrascht, als die ersten Anrufe aus Blumenkamp eingingen. Denn in dem Anschreiben waren zwei Mitarbeiter des Betriebs als Ansprechpartner genannt. Bootz und Eifert raten der Stadt dringend dazu, eine Informationsveranstaltung für die Bürger zu organisieren. Das wiederum hält Kämmerer Paul-Georg Fritz nicht für notwendig. Schließlich gehe es hier um Einzelfälle. In Anbetracht der Häufung von Starkregenfällen sei man tätig geworden. Denn der Kanal in Blumenkamp sei nur für Abwasser ausgelegt, Niederschläge könne er nicht aufnehmen.

(fws/P.H.)
 
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