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Wesel
Testlauf: Verkehrsinseln mit Kunstrasen

Wesel: Testlauf: Verkehrsinseln mit Kunstrasen
Die Verkehrsinsel Isselstraße / Friedenstraße soll versuchsweise mit Kunstrasen belegt werden. FOTO: Malz Ekkehart
Wesel. Künftig sollen in Wesel Verkehrsinseln entweder betoniert, mit Kunstrasen oder Granulatplatten ausgelegt werden, weil das langfristig billiger wird als die Flächen von Hand zu mähen. Der ASG plant einen Probelauf. Von Klaus Nikolei

Der mit Personal nicht unbedingt üppig ausgestattete städtische Betrieb ASG hat vor allem jetzt bei der schwülwarmen Witterung alle Hände voll zu tun. Überall wächst das Gras in die Höhe, aus Beeten und an Straßenrändern sprießt das Unkraut. Und natürlich grünt und blüht es auch auf den vielen Verkehrsinseln in der Stadt. Diese zu pflegen ist oft mit extrem großem Aufwand verbunden. "Vor allem an stark befahrenen Straßen müssen wir die Bereiche mit Hütchen absperren, damit unseren Mitarbeitern nichts passiert", sagt ASG-Chef Ulrich Streich. Außerdem machen diese Flächen einen überaus ungepflegten Eindruck, wenn sie nicht ständig kontrolliert, gemäht und von Unkraut befreit werden.

In der nächsten Sitzung des Betriebsausschusses, der am Donnerstag, 16. Juni, ab 16.30 Uhr öffentlich im Sitzungszimmer des ASG-Betriebshofes an der Werner-von-Siemens-Straße tagt, will Streich der Politik folgenden Vorschlag machen: In Anbetracht der aktuellen und künftigen Stelleneinsparungen in der Grünflächenpflege könnte eine Umgestaltung von kleineren Flächen ein "wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen Aufgabenerledigung sein". Aber was kann den Pflegeaufwand besagter Verkehrsinseln tatsächlich dauerhaft verringern?

Pflastern Die Bereiche zu pflastern bringt aus Sicht des ASG nichts. Durch die Fugen wächst Unkraut.

Asphalt Kleinere Flächen zu asphaltieren ist nicht leicht. Außerdem müsse Asphalt befahren werden, damit er lang hält, so Streich.

Beton "Wirtschaftlich eine interessante Lösung", sagt der ASG-Chef. Außerdem wisse man, dass so eine Betonschicht 20 bis 30 Jahre halte. Das Problem dürfte allerdings sein, dass betonierte Flächen als unschön angesehen werden.

Kunstrasen Für Streich eine interessante Alternative, die er der Politik am Donnerstag im Detail vorstellen möchte. "Zumal die neue Generation von Kunstrasen kaum von Naturrasen zu unterscheiden ist." Nachteil: Im Vergleich zu Beton ist Kunstrasen deutlich teurer.

TerraWay An der Realschule-Mitte ist im Bereich der Fahrradständer dieser wasserdurchlässige Belag aus Edelsplittern und einem speziellen Bindemittel bereits im täglichen Dauereinsatz. Unkraut hat da keine Chance. Aber auch hier entstehen höhere Kosten als wenn man Flächen einfach mit Beton ausgießt.

Ulrich Streich wird den Politikern einen Test vorschlagen. An zwei Stellen im Stadtgebiet - denkbar sind die Verkehrsinseln im Kreuzungsbereich Friedenstraße/Brüner Landstraße in Schepersfeld - sollen Kunstrasen und TerraWay zwei oder drei Jahre auf ihre Alltagstauglichkeit hin getestet werden. "Beton brauchen wir nicht testen. Da wissen wir, dass das funktioniert", sagt Streich. Nach Ende der Testphase soll entschieden werden, wie die "Kleinflächen im Straßenbegleitgrün" , so die offizielle Bezeichnung, kostengünstig umgestaltet werden.

Quelle: RP
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