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Schermbeck
Teufelsstein wird zum Tor zur Wildnis

Schermbeck. Gemeinde Schermbeck und Landesbetrieb Wald und Holz unterzeichnen Kooperationsvertrag für das Projekt Neue Wildnis Dämmerwald. Ausbau des 2,5 Kilometer langen Weges beginnt noch in diesem Jahr. Von Helmut Scheffler

Ein Teilbereich des Dämmerwaldes soll den Besuchern künftig zeigen, wie der Wald aussehen würde, wenn der Mensch nicht eingreifen würde. Gestern wurde der Kooperationsvertrag für das Projekt Neue Wildnis Dämmerwald im Schermbecker Rathaus unterzeichnet. Als Projektunterzeichner stellten Bürgermeister Mike Rexforth und der Leitende Forstdirektor Otto Pöll vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW das Projekt vor. Es handelt sich dabei um einen Baustein des Gesamtprojektes WALDband, mit dem sich der Landesbetrieb Wald und Holz NRW an der Regionale 2016 im Förderzeitraum 2014 bis 2020 beteiligt.

"Ich bin froh und stolz, dass wir nun innerhalb von zwei Jahren das dritte Großprojekt mit einer Fremdförderung nach Schermbeck holen konnten", freute sich Bürgermeister Rexforth, dass nach dem Spielplatz- und Bewegungskonzept sowie dem Abraham-Haus des SV Schermbeck nun aus dem Leader-Programm 227.400 Euro nach Schermbeck fließen, um die Gesamtkosten in Höhe von 379.000 Euro für das Projekt Neue Wildnis Dämmerwald tragen zu können. Seinen Dank an den Leader-Vorstand für sein einstimmiges Finanzierungsvotum nahm die Regionalmanagerin Kerstin Jendrek gestern entgegen. Das restliche Geld in Höhe von 151.600 Euro stellt die Forstbehörde Wald und Holz in den Jahren 2016 und 2017 zur Verfügung. "Für Schermbeck bedeutet das eine 100-prozentige-Förderung", freut sich Rexforth. Das Projekt wird am westlichen Rand des Staatsforstes Dämmerwald nördlich des Parkplatzes Teufelsstein realisiert. "Es soll ein 2,5 Kilometer langer Wildnisweg angelegt werden", berichtete Otto Pöll. Dieser Weg soll weitgehend barrierefrei verlaufen. Startpunkt ist der Wanderparkplatz Teufelsstein an der Malberger Straße. Durch ein optisch auffallendes Wildnistor gelangen die Besucher in den Wald. Die dortige Grillhütte wird entfernt. An dieser Stelle soll eine Wildnisstation erstellt werden. Dort können die Besucher Platz nehmen und in aller Ruhe die angrenzende Wildnis beobachten.

Auf dem weiteren Weg werden sechs Wildnisfenster aufgestellt, um Besucher über bestimmte Themen zu informieren. Auch eine Internetseite wird eingerichtet. Außerdem wird eine Wildnis-App installiert, die wegen der schlechten Empfangsmöglichen im Schermbecker Westend auch offline genutzt werden kann.

Zudem sollen Materialien für Schulklassen erstellt werden, sodass das Wildentwicklungsgebiet auch für Unterrichtszwecke genutzt werden kann. Ein Wildnis-Flyer und ein Leitfaden für Führungen sind Bestandteile des Projektes.

Das Schermbecker Projekt ist das erste derartige Projekt in NRW und soll als Muster für die ähnliche Projekte dienen. "Das wird mal ein Aushängeschild für die Region werden", ist Pöll überzeugt. Von der Strahlkraft für die gesamte Region sind auch Kerstin Jendrek und der gemeindliche Wirtschaftsförderer Friedhelm Koch überzeugt. Mit der Baumaßnahme soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Bis Ende 2017 soll das Projekt beendet sein. Die Arbeit im Gelände übernimmt die Forstverwaltung.

Quelle: RP
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