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Wesel
Theater: Nibelungen im Einkaufszentrum

Wesel: Theater: Nibelungen im Einkaufszentrum
Ulrich Greb, Intendant des Moerser Schlosstheaters, und Dramaturgin Larissa Bischoff sitzen inmitten einer Welt aus Pappe, Gold und Lametta in der Moerser Einkaufspassage Wallzentrum. Dort feiert Ende der Woche die Nibelungen-Inszenierung "Der Ring. Rheingold im Königsee" Premiere. FOTO: Klaus Dieker
Wesel. Das Schlosstheater bringt die Nibelungensaga um Drachentöter Siegfried in Moers auf die Bühne. Spielort ist das große Wallzentrum, eine in die Jahre gekommene Einkaufspassage. Die Premiere ist am Freitag, 23. Februar. Von Anja Katzke

Die Nibelungen haben alles zu bieten, was Theater braucht: Es geht um Liebe, Gier, Macht und einen Ring, der den Reichtum seines Besitzers mehrt und ihm gleichzeitig den Tod bringt. Das Schlosstheater Moers hat sich dem großen Stoff gestellt und lässt in seiner Inszenierung "Der Ring. Rheingold im Königsee", die sich an Wagners Libretti sowie Friedrich Hebbels Nibelungen-Trilogie orientiert, die Götter, Zwerge, Riesen und Menschen im Kampf um das Rheingold antreten. Die Götterburg, die sich Wotan bauen lässt, befindet sich in der Moerser Inszenierung im Wallzentrum, einer inzwischen in die Jahre gekommenen Einkaufspassage mitten in der City. Für Regisseur Ulrich Greb, Intendant des Schlosstheaters, bietet der Konsumtempel die perfekte Kulisse im Spiel um Macht und Gier. Die Premiere des Drei-Stunden-Stücks ist am Freitag, 23. Februar, 19.30 Uhr.

Wotans prächtiger Bau fordert einen hohen Tribut: Der Ring der Nibelungen, der in Moers im benachbarten Königsee liegt, verleiht zwar Reichtum und Macht. "Aber um den Preis der Liebe und verbunden mit einem fatalen Fluch, der über Generationen hinweg Tote einfordert", sagt der Regisseur. Nur sechs Schauspieler schlüpfen in die Rollen der Riesen und Zwerge, von Siegfried, Brunhilde, Gunther und dem Hunnenkönig Etzel. "Jeder Schauspieler spielt drei Figuren, insgesamt sind es 18", betont Larissa Bischof, Dramaturgin am Schlosstheater. 40 verschiedene Kostüme wurden für diese Inszenierung geschneidert. Bühnenbildnerin Birgit Angele schuf im Wallzentrum eine Welt aus Pappkarton und Gold - beides soll für den Konsum und die Gier stehen, immer mehr zu kaufen. In Ulrich Grebs Inszenierung rüsten die Figuren kriegerisch auf. So ließ das Schlosstheater einen Panzer des Typs Leopard II in Originalgröße aus Pappe bauen. Dazu noch 40 kleinere, die in die Schlacht mit dem Hunnenkönig Etzel fahren. "In den Nibelungen geht es auch um die Politik. Es werden Intrigen gesponnen und Allianzen geschmiedet. Die handelnden Figuren werden wie auf einem Schachbrett hin und her geschoben", erläutert die Dramaturgin. Das Publikum sollte gut zu Fuß und der Witterung entsprechend gekleidet sein. Das Schlosstheater geht mit den Zuschauern auf eine Wanderung von Worms, Xanten bis nach Ungarn. Allein im Wallzentrum befinden sich sechs Spielorte - mal in einem der leerstehenden Ladenlokale, in der Tiefgarage, in der Tanzschule von Guido Gottlieb, mal im unteren Parkdeck auf der anderen Straßenseite, das unterirdisch zu erreichen ist. "Unsere Inszenierung ist leider nur eingeschränkt barrierefrei", sagt Larissa Bischoff. "Der Ring" ist Teil einer Nibelungen-Projektreihe mit dem Titel "Uns ist in alten maeren wunders vil geseit", einer Kooperation des Moerser Schlosstheaters mit dem Siegfried-Museum in Xanten und der Abteilung für Germanistik der Universität Duisburg-Essen. Im Rahmen der Kooperation mit dem Siegfried-Museum bietet das Theater ein besonderes Angebot. Bei Vorlage einer Eintrittskarte der Moerser Inszenierung erhalten Zuschauer bis zum 31. Dezember freien Eintritt in Xanten. Im Gegenzug wird bei Vorlage einer Eintrittskarte (ab 23. Februar) aus dem Museum der Eintritt ins Theaterstück ermäßigt. Aufführungen sind auch am 9., 11. und 25. März. Kartenvorbestellung unter 02841 8834110. Eingang ins Wallzentrum ist an der Ecke Oberwallstraße/Pfefferstraße in Moers. www.schlosstheater-moers.de

Quelle: RP
 
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