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Wesel
Tierheim schlägt Alarm wegen Katzen

Wesel: Tierheim schlägt Alarm wegen Katzen
Für viele Katzen werden Halter gesucht. FOTO: Tierheim
Wesel. So viele Katzen wie noch nie befinden sich aktuell im Weseler Tierheim. Anlässlich des heutigen Weltkatzentages fordert Tierheim-Leiterin Gabi Wettläufer jetzt eine Katzenschutzverordnung. Man stehe kurz vor einem Aufnahmestopp. Von Sebastian Peters

Im Weseler Tierheim steigt die Zahl der aufgenommenen Katzen dramatisch. Mittlerweile ist die Zahl so hoch, dass das Tierheim über einen Aufnahmestopp nachdenkt. Leiterin Gabi Wettläufer appelliert an die Stadt Wesel, eine Katzenschutzverordnung auf den Weg zu bringen. "Wir müssen endlich dem Leid der herrenlosen Katzen begegnen können", sagt die Leiterin des Tierheims, das dem Bundesverband Tierschutz angehört. Dinslaken und Voerde haben eine solche Verordnung bereits. Wettläufer sagte unserer Redaktion gestern: "Wir appellieren nun an die Stadt Wesel, wollen danach mit der Forderung auch auf Hamminkeln, Hünxe und Schermbeck zugehen."

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Bürgermeisterin Ulrike Westkamp erklärte gestern auf Anfrage, dass die Stadt Wesel die Verordnung schon besprochen habe, die Politik würde am 11. Oktober im Ausschuss für Bürgerdienste informiert. "Welchen Effekt die Verordnung hat, wird man dann sehen müssen." Konkret würde die Katzenschutzverordnung bedeuten, dass alle Katzen kastriert, gechippt und registriert werden müssen.

49 Katzenbabys werden laut Wettläufer gerade im Tierheim versorgt. Wenn die jungen Katzen im Alter oft erst weniger Tage ins Tierheim kommen, seien sie in der Regel lebensgefährlich geschwächt. Erkrankungen wie Katzenschnupfen oder Augenherpes könnten sich dann rasend schnell unter den instabilen Katzenbabys verbreiten. Im Tierheim Wesel leiden laut Wettläufer derzeit 15 Kleine unter dem gefürchteten Augenherpes, neun weitere zeigen bereits erste Anzeichen der viralen Infektion. Einer Katze musste aufgrund eines besonders schwerwiegenden Krankheitsverlaufes bereits ein Auge entfernt werden.

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"Wenn sich unkastrierte Freigängerkatzen im Kreis Wesel weiter ungehindert vermehren und Nachkommen in die Welt setzen, werden wir nicht nur eine stetig steigende Katzenpopulation bekommen, sondern auch eine zunehmend kränkere", sagt die Tierheimleiterin. Denn je mehr Katzen in einem Gebiet ums Überleben kämpfen müssen, desto geringer wird das Nahrungsangebot für die Tiere. "Die unterernährten, geschwächten Katzen werden anfällig für Erkrankungen, pflanzen sich jedoch trotz ihres elendes Zustandes weiter fort."

Eine Katze wirft im Schnitt zwei Mal pro Jahr drei bis sechs Nachkommen. "Fast jede Katze, die wir im Tierheim aufnehmen, ist gesundheitlich angeschlagen, einige sind sogar schwer krank", sagt Gabi Wettläufer. Die tiermedizinische Versorgung ist dann meistens sehr aufwendig. Auf diesen Kosten bleibt das Tierheim sitzen - und hat gleichzeitig in den vergangenen Jahren ausbauen müssen, um der steigenden Zahl von Katzennotfällen gerecht werden zu können. Aktuell plant das Tierheim ein neues Katzenfreigehe und bittet um finanzielle Unterstützung.

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Die Tierheimleiterin hofft, dass sich für die gesunden Katzen zügig neue Besitzer finden, damit Platz für Neuzugänge entstehen kann. "Im Augenblick sind wir so überbelegt, dass wir nur noch sehr ernste Notfälle aufnehmen können."

Quelle: RP
 
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